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Vorsitzender des Landessportbundes sprach bei Neujahrsempfang der Stadt Obertshausen

Für Kultur der Freiwilligkeit

Obertshausen (M.) ‐ Mehr als 20 Milliarden Euro bei einem Stundenlohn von sechs Euro betrage der materielle Wert des Ehrenamts in der Bundesrepublik, rechnete Dr. Rolf Müller gestern beim Obertshausener Neujahrsempfang vor.

Landessportbund Neujahrsempfang Stadt Obertshausen

© Michael

Trat beim Neujahrempfang auf und wurde gefeiert: Der Jugendchor 2000 Obertshausen.

Die ideelle Seite komme jedoch oft zu kurz, mahnte der Vorsitzende des Landessportbundes. „Was kann ich von meinen Fähigkeiten anbieten, um für andere da zu sein?“, laute die Grundfrage einer demokratischen Gesellschaft.

Vieles, was als selbstverständlich empfunden werde, sei es eben nicht. Und dazu gehöre das Ehrenamt. Vieles müsse von staatlicher Seite geregelt werden, doch schon immer habe es eine Kultur der Freiwilligkeit gegeben, erinnerte Dr. Müller. „Wir hatten noch nie so viel ehrenamtlich Tätige in so unterschiedlichen Einrichtungen“, aber „wir haben einen Verlust der Wertschätzung des Ehrenamts“.

Landessportbund Neujahrsempfang Stadt Obertshausen© MichaelLSB-Chef Dr. Rolf Müller

Die Vereine mahnte er, auf die demografische Entwicklung zu reagieren, auch Angebote für Senioren zu entwickeln. Viele Bürger seien bereit, sich kurzfristig und projektgebunden zu engagieren, nicht als Lebensperspektive. „Darauf müssen wir reagieren, es geht nicht weiter so wie bisher“. Es müsse deutlich werden, dass es Freude bereite, sich für andere einzusetzen. Ein Verein bedeute gerade auch für viele Singles, dort Heimat und Geborgenheit finden. Die schönste Wertschätzung für die Aktiven sei ein Dankeschön.

Müller zeigte sich begeistert von der „jugendlichen Frische“ im Bürgerhaus - in Gestalt eines überragenden Jugendchors 2000. Das Ensemble um Peter Krausch war der heimliche Star des beliebten Treffens. „Solche Botschafter wünscht sich jede Stadt - wir haben sie“, strahlte Bürgermeister Bernd Roth.

„Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grundstein für etwas Zukünftiges legen“, bemühte der Rathauschef den französischen Schriftsteller Antoine de Saint Exupéry. „Denn Zukunft kann man bauen“. Damit erinnerte er an die nunmehr 40 Jahre währende Verschwisterung mit Ste. Geneviève des Bois, deren Initiatoren „zukunftsbauend gehandelt und damit eine Basis geschaffen haben für einen lang anhaltenden Frieden in Mitteleuropa“.

„Interesse an Entwicklung der eigenen Stadt“

Dank der „Dr. Carl und Ellen Klöss-Stiftung“ ehemaliger Obertshausener Bürger können „Vereine auf dem Gebiet des Sports, der Kultur und der Stärkung der sozialen Kompetenz“ unterstützt werden. Für die Kinder- und Jugendförderung und für Vereine konnte bereits ein Kleinbus angeschafft werden. Roth dankte auch den Unternehmen, die in den Standort Obertshausen investieren. Parlamentschefin Heide Heß hatte eingangs die zahlreichen prominenten Gäste im voll besetzten Saal begrüßt. „Wer sich im Verein für andere einsetzt, findet sich in einer starken Gemeinschaft wieder“, setzte sie den sozialen Netzwerken im Internet entgegen.

Sie forderte „etwas mehr Interesse an der Entwicklung der eigenen Stadt“. Doch „angesichts von vielen Freiwilligen ist mir um die Zukunft nicht bange.“ „Unsere Stadt braucht den Einsatz ihrer Bürger, um auch weiterhin so lebenswert zu sein wie heute“. Ein Lob sprach sie über die Parteigrenzen hinweg allen Stadtverordneten aus und warb, das Bürgerrecht auszuüben und am 27. März wählen zu gehen. Zum Leben in der örtlichen Gemeinschaft gehöre, „zu Veranstaltungen zu kommen“.

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