Obertshausen - Eigentlich hat Michael Kurt etwas gegen Facebook, aber für die Schülerinnen und Schüler der Hermann-Hesse-Schule hat er sich jetzt doch in dem sozialen Netzwerk angemeldet - „nur aus beruflichen Gründen“, betont er. Von Bettina Link

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Im Büro von Michael Kurt sind die Schüler immer willkommen.
Die Pennäler sollen ihn nämlich über die Wege erreichen, die für sie am einfachsten sind - und wenn es über Facebook ist. „Ein niedrigschwelliges Angebot“, nennt Kurt das. Das ist auch die Grundlage für seine Arbeit an der Hermann-Hesse-Schule, wo er seit 2009 als Schulsozialarbeiter insbesondere mit Hauptschülern der fünften bis siebten Klasse zusammenarbeitet.
Er kümmert sich um Schüler, die Probleme in der Schule, mit anderen Kindern oder in der Familie haben. „Manchmal reden wir aber auch einfach nur“, erzählt der 29-Jährige, dem das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen am Herzen liegt. Sein Büro steht deswegen während den Schulpausen immer für die Schüler offen.
In der Mitte seines Büros steht ein runder Tisch mit Stühlen, die Wände sind mit Postern dekoriert und sein Schreibtisch steht vor dem Fenster. Bei der Einrichtung hat Michael Kurt sich etwas gedacht: „Hier soll es nicht so aussehen, wie im Rektorzimmer, wo der Schreibtisch in der Mitte des Zimmers einschüchtern wirkt, bei mir sollen sich die Schüler aber wohlfühlen.“
Die Einzelberatung bietet Kurt allen Schülern an, die sie brauchen, mit den Hauptschülern arbeitet er hingegen regelmäßig. Schwerpunkt ist unter anderem das Sozialkompetenztraining für die siebte Klasse. Besonders am Herzen liegen dem Pädagogen die außerschulischen Projekte, wie die Ostsee-Fahrt in den Osterferien oder die Jugensport AG.
Eigentlich wollte Michael Kurt nicht unbedingt an eine Schule. Dass er mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte, wurde ihm aber schon während seins Pädagogikstudiums klar, als er ein Praktikum im Jugendgefängnis in Wiesbaden machte. Außerdem arbeitete er als Student bereits in der Kinder- und Jugendförderung Oberts-hausen. „Das war auch ein Vorteil für die Arbeit hier an der Schule, viele kennen mich aus dem Jugendzentrum“, erläutert er. Dass er jetzt doch in einer Schule gelandet ist, stört ihn aber gar nicht: „Meine Arbeit hat mit Schule an und für sich nicht viel zu tun. Und das sei auch für die Kinder wichtig. Hier geht es nicht um Noten oder Lehrplan, bei mir stehen die Kinder im Vordergrund.“
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