Obertshausen - Der Dornröschenschlaf des seit Jahren leerstehenden Obertshausener Bahnhofsgebäudes könnte in absehbarer Zeit zu Ende gehen. Von Karl-Heinz Otterbein

© Otterbein
Um einen Wintergarten an das Bahnhofsgebäude anbauen zu können, möchte einer der Interessenten die Fahrradständer auf eine andere Seite verlegen.
Gleich zwei in Obertshausen ansässige Investoren, die WIBU GmbH und die MaKon Vermögensverwaltung GmbH, möchten das seit Juni 2006 der Stadt gehörende Gebäude so bald wie möglich kaufen, sanieren und dann wieder mit neuem Leben erfüllen.
Die Chefs der beiden Unternehmen stellten in der Sitzung des Umwelt-, Verkehrs- und Bauausschusses am Montagabend die jeweiligen Konzepte vor, in denen eine gastronomische Nutzung des Gebäudes und des angrenzenden Areals eine Hauptrolle spielen.
Beide Investoren möchten im Erdgeschoss des Gebäudes ein Café oder ein Bistro einrichten, für die Nutzung der Räume im Obergeschoss und im Dachgeschoss sehen die beiden Unternehmen unterschiedliche Lösungen vor.
Laut Gregor Kaiser von der WIBU GmbH will seine Firma außer dem noch nicht feststehenden Kaufpreis in Sanierung und Umbau des Gebäudes etwa 250.000 Euro investieren. Dafür sollen unter anderem der Eingangsbereich aufgewertet und mit einer Rampe versehen werden.
Kaiser zufolge will sein Unternehmen das Café nicht selbst betreiben, sondern einen Pächter suchen. Gespräche mit Darmstädter Gastronomen seien bereits geführt worden. Auch der zweite Interessent, die MaKon Vermögensverwaltung GmbH, möchte das Bahnhofsgebäude zu einem Treffpunkt für Obertshausener Bürger und auswärtige Besucher machen.
„Wir wollen zusammen mit dem Obertshausener Architekten Dirk Lüttich ein attraktives Kleinod für Oberts-hausen entwickeln“, erläuterte Alexander Engel von der MaKon. Ähnlich wie sein Mitbewerber will das Unternehmen im Erdgeschoss ein Café mit Gast- und Verkaufsräumen und Toiletten einrichten, im Unterschied zur WIBU GmbH sieht das MaKon-Konzept zudem den Anbau eines Wintergartens an das bestehende Bahnhofsgebäude vor. „Wir halten die Grundfläche im Erdgeschoss für zu klein, daher wollen wir das Gebäude entkernen und einen etwa 45 Quadratmeter großen Wintergarten anbauen“, erläuterte Dirk Lüttich. „Auch wir rechnen mit Sanierungs- und Umbaukosten in Höhe von rund 250.000 Euro, für den Wintergarten würden wohl weitere rund 100.000 Euro erforderlich.“
Die MaKon will im Obergeschoss Gewerberäume und im Dachgeschoss einen Konferenzraum einrichten, der auch von Obertshausener Vereinen genutzt werden kann. Um den Wintergarten realisieren zu können, sollen die Fahrradabstellplätze auf eine andere Seite des Gebäudes verlegt werden. Auch die MaKon will das Café nicht selbst betreiben. „Wir haben Interessenten, die in Offenbach und Frankfurt gastronomisch tätig sind“, erläuterte Alexander Engel. „Namen möchten wir noch nicht nennen.“
Wer von den beiden Interessenten letztlich den Zuschlag erhält, ist laut Hubert Gerhards offen. „Mit dieser Frage müssen sich jetzt die Fraktionen beschäftigen“, so der Erste Stadtrat. „Wir hoffen zudem, dass das laufende Umlegungsverfahren bald abgeschlossen werden kann und die Besitzverhältnisse geklärt werden können. Das kann bei der Bahn allerdings dauern.“
Wieviel Geld die Stadt für das Gebäude verlangen wird, ist Gerhards zufolge ebenfalls noch offen. „Wir möchten wenigstens unsere Kosten refinanzieren“, so Gerhards. „Seinerzeit haben wir 60.000 Euro an die Bahn gezahlt.“
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