Offenbach ‐ Vergangenes Jahr, da war die Offenbacher Baumesse regelrecht gestürmt worden. Leider eher vom mächtigen Sturmtief Xynthia als von den Menschenmassen, die einen neuen Besucherrekord bringen sollten. Von Silke Gelhausen-Schüßler

© Georg
Offenbacher Baumesse hat ihren Besuchern stets Aha-Effekt zu bieten.
Die Veranstalter hatten die Zugänge zum Freigelände und zum Parkplatz des Messeareals aus Sicherheitsgründen sperren müssen, der Sonntag war gelaufen. Dieses Jahr stand der angepeilten Gästezahl – 16 000 plus – zumindest von Petrus’ Seite nichts mehr im Wege. Und es könnte geklappt haben.
„Die Resonanz“ jedenfalls, freut sich Veranstalter Udo Erlei, „wird immer besser. Wir haben wieder mit rund 180 Ausstellern alle vier Hallen und das Außengelände belegt.“ Der Mitinhaber der MESA GmbH (Westfalen) registrierte bereits am Freitag, dass alles andere als tote Hose an den Ständen herrschte. Jedes Gewerk ist vielfach vertreten. Die Aussteller kommen zum großen Teil aus der Region, und gerade im Themenfeld Energiesparen vom Keller bis zum Dach ist das Angebot riesig. Sämtliche Fachvorträge behandeln Fördermittel, Passivhausregeln und die energetische Sanierung. Angesichts immer rasanter steigender Energiepreise trifft das Angebot den Nerv der Besucher und eröffnet ihnen Sparpotenziale, wo man sie nie vermutet hätte.
Familie Dauth ist aber eher auf der Suche nach Selbstbausystemen. Sie will ihr Haus in Dudenhofen erweitern. „Unsere Kinder sind erwachsen, bleiben aber vorerst zu Hause wohnen, deswegen wird angebaut“, lacht Vater Karl-Heinz Dauth. Beim Stand der BIKS-GmbH aus Hofheim-Wallau wird er fündig. Der Meisterbetrieb verbaut den ersten europäisch zugelassenen Styropor-Schalungsstein des französischen Herstellers Euromac 2. Der verspricht für Boden, Wände und Dach nur beste Eigenschaften: geringes Gewicht, schnelle Montage, hervorragende Wärmedämmung – und das für Gebäude mit bis zu zehn Stockwerken. Die Dauths sind zufrieden.
Wer glaubt, auf der Messe kämen nur Haus- und Grundbesitzer auf ihre Kosten, irrt. Auch der Mieter, der die Verschönerungen seiner Behausung beim Auszug meist verloren glaubt, wird belehrt. Anstatt mit dem Nachmieter um Abstandszahlungen zu streiten, nimmt er seine Investitionen einfach mit ins neue Heim: mit einer Flüssigtapete von WEMA soll‘s klappen. Den Originalimport aus Japan, mit dem schon vor 300 Jahren Könige und Kaiser ihre Herrenhäuser und Paläste schmückten, erhält man gleich vor der Haustür bei Gerd Scior in Hainburg.
Die alte und gleichzeitig hochinnovative Tapete enthält nach einem überlieferten Rezept nur Baumwolle, Seide und einen Zellulose-Holz-Kleister und ist in 200 Dekoren erhältlich. Damit ist sie ökologisch absolut unbedenklich und soll außerdem auch noch zwei- bis dreimal solange halten wie eine herkömmliche Tapete. Was ja zum Wiederaufweichen und im Umzugseimer mitnehmen sonst auch keinen Sinn haben würde. Ebenso sind ihr Staub und Schmutz laut Hersteller trotz langer Lebensdauer fremd: dank ihrer Antistatik soll sie die ungeliebten Stoffe erst gar nicht annehmen.
Der Produktreife wird aber noch eins oben drauf gesetzt: In der Verarbeitungsanleitung - die Tapete wird einfach mit der Kunststoffkelle aufgetragen – hat WEMA an den gestressten Heimwerker gedacht: „Flüssigtapete per Hand gut durchmischen, danach 30 - 40 Minuten ziehen lassen. Bierpause.“
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