827.11.09|Offenbach|Offenbach|
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Offenbach ‐ Büffeln auf der Baustelle, das ist hart. Umso nötiger scheint es, dass jemand die ungewohnte Stille mit würdigenden Worten füllt, sobald endlich die Maschinen verstummen. So war das gestern in der Rudolf-Koch-Schule (RKS). Von Marcus Reinsch

© Georg
Zur Einweihung des Cafeteria-Neubaus, des Klassentrakts und der Biblio- und Mediothek versicherte der Oberbürgermeister, dass die RKS unter den drei Offenbacher Gymnasien „das dickste Päckchen zu tragen“ habe.
Zur offiziellen Einweihung des Cafeteria-Neubaus, des neuen Klassentrakts und der Biblio- und Mediothek versicherte Oberbürgermeister Horst Schneider, dass die RKS unter den drei Offenbacher Gymnasien „das dickste Päckchen zu tragen“ habe.
Pädagogisch elementar ist zunächst allerdings die „Ganztagsfähigkeit“, also die Möglichkeit, Unterricht auch am Nachmittag und folgerichtig Mittagessen für alle Schüler anbieten zu können. Das ist nötig, weil Gymnasiasten - an der RKS momentan rund 770, Tendenz wegen starker Folgejahrgänge steigend - nach der Grundschule nicht mehr neun, sondern nur noch acht Jahre bis zum Abitur haben. Dieser gesetzlich verlangte „G8“-Status ist nun hergestellt.
Möglich machen es 1.860 neue Quadratmeter. Die Cafeteria mit Begegnungs- und Freizeitbereich steht als Würfel mit riesigen Glasflächen im südlichen Teil des Pausenhofs. Im neuen Klassentrakt am alten Westflügel, der mit sieben Klassen- und drei Fachräumen zwei abgerissene Pavillons mehr als ersetzt, wird schon seit Schuljahresbeginn unterrichtet. Die Bibliothek ragt als „Medienturm“ an der Westseite des Hauptgebäudes empor. Das alles im Blick, nannte der OB den gestrigen einen „wunderbaren Tag für die Offenbacher Schullandschaft“.
Für Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß ist‘s, weil nun alle drei Gymnasien zukunftsfähig sind, ein „Hattrick“. Die RKS, seit 2004 mit dem Gütesiegel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ ausgezeichnet, habe auch bei der Erduldung der Umbau-Nebenwirkungen Courage gezeigt. Und das lohne, weil nun eben nicht alleine die G8-Kriterien erfüllt werden, sondern dank bisher vermisster Räume für Gruppenarbeit und Hausaufgaben die Chance zur Weiterentwicklung in jeder Hinsicht gegeben sei.
Die zwischenzeitlich laut gewordene Kritik, dass die Architektur der neuen Schulteile dem Altbau nicht gerecht werde, wies Architekt Hubert Zimmermann (von der städtischen EEG Entwicklung Erschließung Gebäudemanagement GmbH) gestern zurück. Die Neubauten „verstehen wir als aktiv betriebenen Denkmalschutz, denn ohne die Chance einer Erneuerung und Anpassung wird langfristig jedes Gebäude inhaltslos und leer werden“, sagte er.
Schulleiterin Christiane Rogler hat mit den modernen Elementen kein Problem: „Alt und Neu ergänzt sich zu einer Einheit und durchwirkt sich gegenseitig. Die Schulzeit verbringe man im Wesentlichen in Schulräumen. Die können wir gestalten, die Zeit vergeht von selbst.“
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