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Zentrum der E-Mobilität in Frankfurt geplant: Leitstelle nimmt Fuß  vom Gas

Leitstelle nimmt Fuß  vom Gas

Offenbach - Unsere Zeitung titelte es gern: „Offenbach ist Hessens Hauptstadt der Elektromobilität.“ Unter dem Dach der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) wurde 2009 die „Regionale Projektleitstelle“ der Modellregion Rhein-Main angesiedelt. Von Matthias Dahmer

© bg

Im Frühjahr nimmt die Ausleihstation am Marktplatz ihren Betrieb wieder auf. Weil es keine Zuschüsse mehr für das Elektromobilitäts-Projekt gibt, kommt ein privater Betreiber zum Zug.

Eine von acht Regionen, die der Bund mit insgesamt 130 Millionen Euro förderte, um den Anschluss an die lautlose Zukunftstechnologie nicht zu verlieren und bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen.

Den schmückenden Titel könnte Offenbach bald verlieren: Bei den Modellregionen, deren Förderung im vergangenen Jahr ausgelaufen ist, tritt Berlin nämlich auf die Bremse und bezuschusst nur noch in geringerem Umfang. Mehr Geld – geplant sind 180 Millionen Euro – soll künftig in sogenannte Schaufenster gesteckt werden, in denen es um groß angelegte regionale Demonstrations- und Pilotvorhaben geht. Im Frühjahr soll die Entscheidung fallen, welche der Bewerberregionen in das bis 2015 laufende Schaufensterprogramm aufgenommen werden.

Finanzierung der Schaufenster nicht gesichert

Noch ist die Finanzierung der Schaufenster nicht gesichert und unklar, wieviele letztlich installiert werden. Sicher ist aber: Die Region Rhein-Main hat sich beworben, und sollte sie den Zuschlag erhalten, wird das Zentrum der Aktivitäten Gateway Gardens sein, die ehemalige US-Militärsiedlung am Flughafen, wo bis 2016 ein neuer Frankfurter Stadtteil entsteht.

Das Aus für Offenbachs elektromobile Vorhaben würde das indes nicht bedeuten, versichert die Chefin der Offenbacher Leitstelle, Anja Georgi. Bis Ende 2014 laufe die Anschlussfinanzierung der Modellregion. Dabei gehe es in den vorgesehenen – noch nicht genehmigten – Projekten vor allem darum, zusammen mit Unternehmen wie der SOH oder Fraport „Flotten auf die Straßen zu bekommen“. Das Bundesverkehrsministerium formuliert es in seiner Förderbekanntmachung so: „Kernthema ist die Systemeffizienz bei größeren Fahrzeugflotten und entsprechendem Infrastrukturaufbau.“

Die Förderung der Schaufenster, so Georgi, laufe parallel dazu, die Projekte der Offenbacher Leitstelle würden mit denen in Frankfurt verknüpft. Deshalb könne man auch nicht von einer Degradierung sprechen.

Elektro-Fahrräder und E-Autos am Marktplatz

Im Offenbacher Stadtbild sichtbar bleibt trotz ausgelaufener Förderung die Ausleihstation für Elektro-Fahrräder und E-Autos am Marktplatz. Der Betrieb dort, sagt Leitstellen-Leiterin Georgi, wird im Frühjahr wieder aufgenommen. Allerdings mit anderen Fahrzeugen und einem privaten Betreiber. Die Ausleih-Bilanz, deutet Anja Georgi an, sei insbesondere durch die nicht immer funktionierenden Autos getrübt worden. Details zum künftigen Betrieb der Station will sie derzeit noch nicht verraten.

In eine ungeplante Verlängerung geht das Vorzeigeprojekt der Offenbacher Leitstelle, der Elektrobus auf der Linie 103. Das in Portugal gebaute Fahrzeug, das bis Mitte Dezember vergangenen Jahres zu Testzwecken durch Offenbach rollen sollte, musste Mitte November, wenige Wochen nach dem Start der Testphase, wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Grund: Der Wiesbadener Hersteller hatte keine dem deutschen Winter angemessene Heizung eingebaut.

Derzeit wird der Bus nachgerüstet, Anfang März soll er nochmal für vier Wochen auf der Linie 103 erprobt werden. Dann geht er zurück an den Hersteller.

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