Offenbacher Arzt ins Elsass verschleppt

Offenbacher Arzt zwischen Justiz und Selbstjustiz

022.10.0922.10.09|Offenbach|1 KommentarFacebook
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Offenbach/Paris (dpa/fp) - In einem mysteriösen Entführungsfall spielt der frühere Offenbacher Arzt Dr. Dieter Krombach (74) eine Doppelrolle als Opfer und Täter. Er war geknebelt im Elsass gefunden worden. Zwei Männer haben die Verschleppung des Mediziners gestanden, den der Hauptverdächtige André B. (72) für den Tod seiner Tochter verantwortlich macht.

Zwei Männer haben die Verschleppung des Mediziners gestanden, den der Hauptverdächtige André B. (72) für den Tod seiner Tochter verantwortlich macht.

© ap

Zwei Männer haben die Verschleppung des Mediziners gestanden, den der Hauptverdächtige André B. (72) für den Tod seiner Tochter verantwortlich macht.

Der heute in Lindau sesshafte Kardiologe war 1995 in Frankreich wegen der Ermordung von B.s leiblicher Tochter Kalinka zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Er war zur Tatzeit 1982 mit Kalinkas Mutter liiert. Beim Prozess war er nicht anwesend. Der Haftbefehl wurde nie vollstreckt, weil Deutschland ihn nie auslieferte.

Europäischer Haftbefehl erlassen

Lesen Sie weitere Hintergründe unter „Verzweifelter Vater sucht Sühne

Obwohl gegen ihn nach Angaben der deutschen Botschaft ein europäischer Haftbefehl erlassen worden war, hatten die deutschen Behörden das Verfahren eingestellt, weil die Todesursache der 14-Jährigen ihrer Meinung nach nicht zu ermitteln war. B. dagegen ist davon überzeugt, dass der Mediziner Kalinka 1982 eine tödliche Spritze verabreichte und sie vergewaltigen wollte. Fest steht, dass bei der Obduktion des Mädchens Genitalverletzungen festgestellt wurden. Seitdem kämpft B. darum, dass Krombach seine Strafe absitzen muss. Dabei setzte er auch Privatdetektive in Deutschland ein - ohne Erfolg. Aus Angst vor einer Verjährung griff er nun selbst ein, und organisierte die Entführung des Arztes. Krombach wurde inhaftiert. Der Kardiologe hatte seine Zulassung als Arzt in Deutschland 1997 wegen sexuellen Missbrauchs verloren.

Zwei Jahre Haft für Vergewaltigung

Das Landgericht Kempten befand ihn für schuldig, eine 16-jährige Patientin unter Narkose vergewaltigt zu haben. Er bekam dafür zwei Jahre Haft auf Bewährung. Vor zwei Jahren verurteilte ihn das Landgericht Coburg wegen Betrugs zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis, weil er seinen Beruf illegal weiter ausgeübt hatte.

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