Offenbach - „Die aufregende und belastende Phase ist beendet. Gott sei Dank.“ Zufrieden zeigte sich der Insolvenzverwalter des Druckmaschinenbauers Manroland, Werner Schneider, gestern bei seinem Besuch in Offenbach. Von Marc Kuhn
Da Lösungen für die Standorte Augsburg und Offenbach gefunden worden seien, seien wesentliche Teile des seit November zahlungsunfähigen Unternehmens in neuer Hand. In der nächsten Woche rechnet Schneider mit der Zustimmung des Kartellamts. Danach wolle sich der britische Unternehmer Tony Langley, der das hiesige Werk gekauft hat, der Belegschaft vorstellen.
Schneider wollte nicht von einer Zerschlagung von Manroland sprechen, da der Begriff negativ belegt sei. Unter Hinweis auf die Konkurrenz zwischen den Standorten Augsburg und Offenbach sagte er aber: „Es macht mehr Sinn, sich neu strukturiert aufzustellen.“
Das Ziel von Langley, bereits 2012 Manroland Sheet Fed in die Gewinnzone zu führen, hält Penuela für realistisch. Bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens habe das Unternehmen 71 Aufträge für Bogendruckmaschinen gehabt. Seitdem sei ein Auftragsvolumen in Höhe von 16 Millionen Euro hinzugekommen.
Um den Neustart von Manroland zu unterstützen, sollen die Mitarbeiter auf Geld verzichten. Entsprechende Regelungen haben IG Metall und der Verband der Metall- und Elektrounternehmen in Hessen vereinbart. Der Vorstand der Gewerkschaft müsse noch zustimmt, sagte die erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber, unserer Zeitung. Zudem müsse Langley in den Verband eintreten - ein Schritt, mit dem Schneider rechnet. Die Beschäftigten sollen in diesem Jahr auf acht Prozent ihres Jahreseinkommens verzichten, so die IG Metall. Dieser Beitrag werde jährlich um die Hälfte reduziert - 2013 also vier Prozent, 2014 zwei Prozent. Danach gelte wieder der Tarifvertrag.
Rubriklistenbild: © dpa
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