Offenbach - (adr) Der Zug der Erinnerung ist abgefahren. „Stolpersteine“ und das Andenken an die vielen Opfer bleiben. Die Mitglieder der Geschichtswerkstatt Offenbach, die den Verein „Zug der Erinnerung“ örtlich unterstützten, zählten pro Stunde bis zu 60 Besucher auf Gleis 6 des Hauptbahnhofs.

© Foto: Georg
Die Ortsnamen auf den Koffern am Gleis 6 des Hauptbahnhofs zeigen, wohin im Herbst 1942 für 800 Offenbacher meist jüdischer Herkunft die letzte Reise ging: in die Vernichtungslager.
In zwei Waggons erinnerten Tafeln mit vielen Bildern, Briefen, Landkarten und schriftlichen Befehlen an die Deportation von Kindern und Jugendlichen während der Nazi-Herrschaft. Auf die Schienen ging die Bürgerinitiative, nachdem sich die Bahn geweigert hatte, mit einer Ausstellung Mitverantwortung an den Verschleppungen in die Vernichtungslager einzugestehen.
Besonders an sie richten sich die politisch unabhängigen Ausstellungsmacher, die den Zug auf die Reise durch deutsche Städte geschickt haben. Auch die nächste Generation soll aufgeklärt werden. „Einen Schlussstrich zu ziehen, würde bedeuten sich den Schicksalen zu verschließen“, sagt Hans-Rüdiger Minow, der Vereinsvorsitzende.
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