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Familie wurde in Offenbach Opfer giftiger Gase: Feuerwehr warnt vor Stromaggregaten in geschlossenen Räumen

Kohlenmonoxidvergiftung: Rettung in letzter Minute

Offenbach - Es sollte ein gemütlicher Abend mit der Familie werden, am Ende war es beinahe der letzte für Großeltern, Tochter und Enkelkind. Als „wirklich dramatisch“ bezeichnet Uwe Sauer den Einsatz gestern, am Tag danach. Von Fabian El Cheikh

© El Cheikh

Gartenbesitzer in Bürgel sind schockiert: Hier ist eine vierköpfige Familie beinahe ums Leben gekommen. Sie erlitt eine Kohlenmonoxidvergiftung.

Buchstäblich in letzter Minute, so der Leiter der Offenbacher Berufsfeuerwehr, seien seine Männer, drei Rettungswagen und zwei Notärzte eingetroffen und hätten der Familie gerade noch das Leben gerettet. „Wir hatten starke Kopfschmerzen, die Augen brannten“, erinnert sich die Mutter, „dann sind meine Eltern bewusstlos vom Stuhl gekippt.“

Der 14. Februar dürfte der Familie aus Obertshausen wohl immer im Gedächtnis bleiben. Ein Tag, an dem sie künftig ihren zweiten Geburtstag feiern kann. Erstmals nach den eisigen Nächten der vergangenen Wochen entschloss sich die 33-jährige Mutter, mit ihrer zehnjährigen Tochter und deren Großeltern die Nacht in ihrer Gartenlaube in den Bürgeler Kleingärten zu verbringen. „Wir sind gern da, vor allem im Sommer, aber ab und zu auch im Winter.“

Stromaggregate in den Hütten

Über Stromanschlüsse verfügen die Parzellen in unmittelbarer Nähe des Schultheisweihers nicht. Doch frieren muss keiner: Viele Gartenbesitzer stellen sich mit Diesel und Öl betriebene Stromaggregate in ihre Hütten. „Die gibt es ja in jedem Baumarkt“, sagt ein schockierter Grundstücksnachbar der Familie. Ein solches Gerät ist dieser fast zum tödlichen Verhängnis geworden.

Am späten Dienstagabend, gegen 23.30 Uhr, bemerkt die Mutter einen merkwürdigen Geruch, zu diesem Zeitpunkt klagen sie und ihre Eltern über starke Kopfschmerzen. „Dann hat sich mein Vater übergeben und war nicht mehr ansprechbar.“ Der 66-Jährige wird bewusstlos, fällt vom Stuhl. Kurz danach auch die Oma. „Ich habe versucht sie aufzuwecken, aber das ging nicht mehr.“ Geistesgegenwärtig schafft es die 33-jährige Tochter gerade noch über das Handy einen Notruf abzugeben. Über den nächsten Mobilfunkmast in Fechenheim wird zunächst die Frankfurter Leitstelle alarmiert, welche die Kollegen in Offenbach informiert.

Feuerwehrleiter Uwe Sauer: „Als sich die Informationen verdichteten, dass es sich um einen Gasaustritt handelte, haben wir alles in Bewegung gesetzt.“ Drei Rettungswagen treffen am Lammertweg ein, zwei Notärzte aus Stadt und Kreis Offenbach werden hinzugerufen, die Polizei sichert das Gelände ab. „Als wir eintrafen, waren zwei der vier Personen bewusstlos.“ Die zehnjährige Tochter, die bereits geschlafen hatte, kann die Mutter rechtzeitig wecken.

Unter Atemschutz ins Freie gebracht

Die Verletzten werden von der Feuerwehr unter Atemschutz ins Freie gebracht, Oma und Opa in Krankenhäuser gebracht. Messungen bestätigen die erste Annahme, dass vom Stromaggregat Abgase in das Laubeninnere eingedrungen sind. Die Diagnose: Kohlenmonoxidvergiftung. „Wir hatten das Gerät schon öfter in Betrieb.“ Dass eine solche Gefahr davon ausgehen kann, damit habe die Mutter jedoch nicht gerechnet.

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Gasaustritt in Gartenlaube - vier Verletzte

Der Feuerwehrverband warnt vor der Nutzung solcher Stromaggregate, aber auch vor Gaspilzen und anderen Geräten mit Verbrennungsmotoren (wie benzinbetriebene Rasenmäher) in geschlossenen Räumen. Erste Anzeichen einer Kohlenmonoxidvergiftung sind plötzlich auftretende Kopfschmerzen und brennende Augen. Häufig treten Bewusstseinsstörungen auf. Spätestens dann sollte man die 112 gewählt haben.

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