„Gefäßtag 2009“ konfrontierte sehr viele Besucher mit bislang unerkannten Risiken

Kränker aus dem Rathaus

318.11.0918.11.09|OffenbachFacebook
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Offenbach (tk) ‐ 700 gezählte Besucher kamen zum „Gefäßtag 2009“ ins Offenbacher Rathaus: Etliche gingen im Bewusstsein, kränker zu sein, als sie beim Eintritt durch das begehbare Modell einer Bauchschlagader geahnt hatten.

Dr. Arend Billing

© op-online

Dr. Arend Billing

In einer Bilanz listen die Organisatoren des Gefäßzentrums um Prof. Dr. Arend Billing, dem Chefarzt der Gefäßchirurgie des Klinikums Offenbach, auf, was die angebotenen Untersuchungen an bereits erwarteten und auch überraschenden Befunden erbrachten. Die meisten Besucher zog es gleich zu den diversen Untersuchungen in den beiden Aktionssälen und im Foyer des Obergeschosses.

Jeder wollte rasch die Stationen auf dem eigens am Infostand ausgegebenen „Gefässpass“ absolvieren: Dopplerdruck- und Venenmessung, Blutzucker- und Blutdrucküberprüfung, die Kontrolle von Beinen, Hals- und Bauchschlagadern.

„Der Blutdruck ist ein Desaster“

Mindestens zwei Besucher können von einigem Glück reden, das Angebot wahrgenommen zu haben: Bei ihnen wurden gefährliche, Aussackungen an Schlagadern entdeckt. „Wir gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 40.000 Menschen mit einem solchen Bauchaortenaneurysma herumlaufen, ohne dass sie von der Gefahr wissen“, sagt Professor Billing. „Wir sind froh, dass wir zwei davon gefunden haben.“

Überraschend war das Ergebnis bei der Verengung der Halsschlagader, was zum Schlaganfall führen kann. Der Angiologe Dr. Ralf Heithorn vom KfH (Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation) Offenbach stellte bei fast bis zu 30 Prozent der Untersuchten mittel- bis hochgradige Verengungen fest, von denen einige dringend behandlungsbedürftig sind. Drastische Worte zu Ergebnissen des Gefäßtags findet der Dr. Christian Klepzig von der Diabetologischen Praxis im Kleinen Biergrund: „Der Blutdruck ist ein Desaster - bei achtzig Prozent viel zu hoch, manchmal so, das wir dachten die Instrumente seien kaputt.“ Bluthochdruck tut nicht weh, deshalb gehen viele Betroffene zu sorglos damit um. „Patienten und Ärzte müssen hier mehr in die Behandlung investieren“, fordert Klepzig.

Nur drei, die absolut gesund waren

Bei 12,5 Prozent der Besucher stellten die Mitarbeiter der Diabetischen Fußambulanz des Klinikums mittels „Screening“ Gefäßverengungen der Beine fest.

Ähnlich war das Ergebnis bei der Überprüfung der Venen. Bei Dr. Cüneyt Arkan und Dr. Detlev Debertshäuser von der Emma-Klinik in Seligenstadt ließen 30 Besucher ihre Venen mit Ultraschall untersuchen. „Für die Hälfte hätten wir gleich einen OP-Termin vereinbaren können“, so Dr. Debertshäuser. „Bei mir waren nur drei, die absolut gesund waren.“

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