Offenbach ‐ Ein Reizwort macht die Runde: Rekommunalisierung. Der SPD-Stadtverordnete Erich Strüb hat es ganz bewusst in eine Debatte eingebracht, bei der es um die Gestaltung der weiteren Zusammenarbeit von Stadt und Energieversorgung Offenbach (EVO) geht. Von Frank Pröse
Strüb will Schwung in träge Verhandlungen mit der EVO-Mutter MVV Energie AG über die auslaufenden Konzessionen bringen. Die haben sich bisher zwar als segensreich für den Haushalt erwiesen. Doch an anderen Kommunen lässt sich ablesen, das die Städte die jeweiligen Dienstleistungen durchaus auf Augenhöhe mit den Privaten anbieten können - bei voller öffentlicher Kontrolle. Das reizt.
Das wurde von beiden zwar mehrfach zurückgewiesen und zumindest den OB hat man in Offenbach auch in schöner Regelmäßigkeit mit dem in Offenbach noch gut bekannten MVV-Vertriebsvorstand Matthias Brückmann gesehen. Doch an der Magistratsvorlage lässt sich ablesen, dass gar nicht ernsthaft verhandelt wird, um nur die bisher so harmonische Zusammenarbeit nicht zu stören. Da hat wohl ein der Vorlage beigelegtes Schreiben des MVV-Vorstands seine Wirkung nicht verfehlt. Darin wird ernsthaft vor Nachteilen für MVV & Co. gewarnt.
Kann das noch unter Verhandlungsstrategie abgebucht werden, so beantwortet das Papier des Magistrats keine der brennenden Fragen zu einem durchaus möglichen alternativen Geschäftsmodell, also nach der Rolle der Kommune: Will sie denn weiterhin lediglich Konzessionsgeber sein, will sie eine regionale Netzgesellschaft aufbauen oder gar in den Vertrieb gehen? Oder: Sind denn mögliche Partnerschaften mit Versorgern der Region ausgelotet worden? Das hätte ja die Verhandlungsposition der Stadt verbessern können...
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