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Chef der Regionaldirektion für Arbeit Hessen sieht gute Jobchancen

Ex-Roländer: Gute Aussichten auf neuen Job

Frankfurt/Offenbach - Die früheren Mitarbeiter des insolventen Druckmaschinenherstellers „manroland“ in Offenbach haben angesichts des Fachkräftemangels in einigen Branchen nach Ansicht der Arbeitsagentur gute Aussichten auf einen neuen Job. Von Marc Kuhn

„Ich bin optimistisch, dass wir vielen Menschen Möglichkeiten anbieten können“, sagte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit Hessen, gestern in Frankfurt. „Die Leute sind vermittelbar. “ Allerdings würden sie nicht unbedingt eine Stelle vor Ort und nicht mit dem bisherigen Einkommen finden. Die Regionaldirektion arbeite eng mit der Transfergesellschaft zusammen, in der die Ex-Roländer fit für einen neuen Arbeitsplatz gemacht werden sollen. Vorteilhaft für eine Vermittlung sei, dass die Betroffenen mit durchschnittlich 48 Jahren nicht so alt wie zunächst befürchtet seien. Hilfreich sei auch, dass nur 20 Prozent der mittlerweile fast 900 Menschen in der Transfergesellschaft im Stadtgebiet Offenbach wohnten.

Zwar gibt es nach den Worten von Martin keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Hessen. Allerdings existierten in einigen Berufen und Regionen Probleme. Bei den Akademikern gebe es beispielsweise einen Mangel in den Bereichen Maschinenbau und Fahrzeugtechnik. Bei den Fachkräften bestehe ein Bedarf im Metallbau und bei den Mechatronikern.

Immer öfter Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen

Derweil belegt eine Studie des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) an der Goethe-Universität Frankfurt, die im Auftrag der Regionaldirektion erstellt worden ist, dass die Betriebe in der Region Rhein-Main immer öfter Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen.

Im vergangenen Jahr hatten 25 Prozent der Firmen Probleme bei der Besetzung von Arbeitsplätzen mit Akademikern, 2009 sind es knapp neun Prozent gewesen, wie der stellvertretende IWAK-Direktor Alfons Schmid erklärte. Diese Entwicklung betraf vor allem Arbeitsplätze für Naturwissenschaftler, Ingenieure und Informatiker, wie es weiter hieß.

Fachleute bei den Fertigungsberufen

Von ähnlichen Schwierigkeiten berichtete Schmid bei den Fachkräften. Bei den Fertigungsberufen liegt der Anteil der Unternehmen, die Fachleute suchen, inzwischen bei mehr als 25 Prozent. Jeder zehnte Betrieb meldete bei der Untersuchung Probleme bei der Besetzung von Stellen für Kaufleute und Bürofachkräfte. Selbst bei der Suche nach Arbeitskräften mit geringer Qualifikation gibt es zunehmend Schwierigkeiten, wie Schmid erläuterte. Die Gründe für die Schwierigkeiten im vergangenen Jahr sehen die Wissenschaftler des IWAK in der guten konjunkturellen Entwicklung in Deutschland.

Alle Artikel zur Manroland-Krise finden Sie im Stadtgespräch

Zudem habe die Studie gezeigt, dass etwa 30 Prozent der im vergangenen Jahr befragten Firmen mit einem Fachkräftemangel rechnen. 2007 seien es lediglich rund 20 Prozent gewesen. Um dem demografisch bedingten Rückgang der Arbeitskräfte entgegenzuwirken, würden zum Beispiel Finanz- und Versicherungsdienstleister vor allem auf verstärkte Aus- und Weiterbildung setzen. Die öffentliche Verwaltung setze eher auf innerbetriebliche Reorganisationen, sagte IWAK-Vize Schmid. Betriebe aus dem Baugewerbe sowie den Bereichen Verkehr und Lager wollten verstärkt ausländische Arbeitskräfte einstellen, so das Ergebnis der Studie.

Rubriklistenbild: © dpa

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