Frankfurt/Offenbach - Die Roländer sind Leid gewöhnt. Seit Jahren sorgen sich die Mitarbeiter des Druckmaschinenherstellers Manroland um ihre Jobs. Von Marc Kuhn

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Nach der Zerschlagung des Unternehmens hoffen die in der Firma verbliebenen Frauen und Männer nun auf eine Zukunft unter den Fittichen des englischen Investors Tony Langley. Den übrigen droht die Arbeitslosigkeit. Sie konnten zunächst in eine Transfergesellschaft wechseln - für sechs Monate. 890 von ihnen haben einen Arbeitsvertrag bei der Personal-Entwicklungsgesellschaft PRM unterschrieben, wie deren Geschäftsführerin Silke Wohlgemuth unserer Zeitung in Frankfurt sagte. „Die Transfergesellschaft ist ein zeitlicher und finanzieller Puffer für die betroffenen Mitarbeiter zwischen der Erwerbstätigkeit bei Manroland und im schlimmsten Fall dem Eintritt der Arbeitslosigkeit. “.
Seit dem Jahr 2002 kümmert sich PRM um Mitarbeiter von Manroland, die bei mehreren Kündigungswellen ihren Arbeitsplatz verloren haben. In der Transfergesellschaft sollen sie fit für neue Jobs gemacht werden. Diese Gesellschaft wird von PRM gegründet - im Juristendeutsch ist sie eine betriebsorganisatorisch eigenständige Einheit. Bei ihr sind die Ex-Roländer angestellt. Der Vorteil nach den Worten von Wohlgemuth: Klappt es in einem neuen Job nicht, kehren die Betroffenen in die Transfergesellschaft zurück. Darüber hinaus könnten sie in Praktika neue Berufe ausprobieren und seien bei PRM angestellt. Wohlgemuth spricht von „richtig guten Möglichkeiten“ in Transfergesellschaften.
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Die ersten Schritte auf dem Weg ins neue Berufsleben haben die Roländer hinter sich. Das Profiling sei abgeschlossen, sagt Wohlgemuth. Etwa 25 ihrer Mitarbeiter haben zum Beispiel die Lebenslaufdaten der Frauen und Männer aufgenommen. Sie haben geklärt, welche Qualifikationen und Interessen vorhanden sind. „Die betroffenen Mitarbeiter sind schon sehr aufgeregt“, erklärt Wohlgemuth. Jetzt werden Bewerbungsunterlagen vorbereitet. Die Menschen würden auch beim Recherchieren nach Arbeitsplätzen unterstützt und bei der Vorbereitung von Gesprächen mit potenziellen Arbeitgebern. Wohlgemuth verweist auf die lange Betriebszugehörigkeit vieler Ex-Roländer. Deshalb seien sie mit den Bewerbungsmodalitäten nicht mehr vertraut.
Zudem bemüht sich PRM um Qualifizierungsmaßnahmen. So seien erste Gespräche mit der Agentur für Arbeit geführt worden. Ziel ist es, Mittel aus den europäischen Sozial- oder Globalisierungsfonds zu akquirieren.
Wohlgemuth ist zuversichtlich, dass zahlreiche Ex-Roländer wieder einen Job finden. „Es gibt viele Anfragen von Unternehmen“, berichtet sie. Beispielsweise Dreher und Fräser würden in der Metallbranche gesucht. Und die ehemaligen Mitarbeiter von Manroland bringen nach Einschätzung von Wohlgemuth beste Voraussetzungen für den Neustart mit: Sie haben eine gute Ausbildung. Auch die Erfahrungen aus der Vergangenheit geben Anlass zu Hoffnungen. Nach früheren Kündigungswellen seien 75 bis 80 Prozent der Ex-Roländer wieder in neue Stellen vermittelt worden, sagt Wohlgemuth. „Allerdings spielt die konjunkturelle Entwicklung eine nicht unbedeutende Rolle.“
Sie betont, dass PRM keine Provisionen für die Vermittlungen erhalte. Durch eine solche Abrechnung sieht sie das Vertrauenverhältnis zu den Betroffenen gefährdet. Die Firma erhalte vielmehr einen Pauschalbetrag für alle Dienstleistungen.
Die Transfergesellschaft für Ex-Mitarbeiter von Manroland wird mit Mitteln der Alteigentümer Allianz und MAN finanziert.
Rubriklistenbild: © Th. Meier
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