Offenbach ‐ Der Interessengemeinschaft ist klar: Sie haben keinen direkten Einfluss darauf, wie das künftige Fußballstadion am Bieberer Berg aussieht. Vereinfacht: Die Stadtwerke bauen es, die Kickers nutzen es. Von Martin Kuhn

© Häsler
Der Interessengemeinschaft ist klar: Sie haben keinen direkten Einfluss darauf, wie das künftige Fußballstadion am Bieberer Berg aussieht. Vereinfacht: Die Stadtwerke bauen es, die Kickers nutzen es.
Von wegen! Die IG Stadionbau – derzeit etwa 50 Mitglieder stark – argumentiert eigentlich schlüssig: „Der Stadionneubau wird größtenteils durch öffentliche Gelder finanziert. Deshalb halten wir es für eine Selbstverständlichkeit, dass wir als Besucher und Steuerzahler ein Wörtchen mitreden.“ Antje Hagel nennt das gern eine „demokratische Beteiligung“. Beim OFC scheint das zu funktionieren, ein sogenannter fruchtbarer Dialog.
Der Austausch funktionierte auch mit der Stadtwerke-Holding – bis zum Ausscheiden des Prokuristen Dieter Lin dauer. „Seitdem ist die Kommunikation unterbrochen“, klagt Peter Rottschalk, einer der IG-Sprecher. Für die neue interne Ausrichtung haben alle Verständnis, hoffen aber auf baldige Kontaktaufnahme. Zu unterbreiten haben die Fans einiges, wenn’s ums zukunftsweisende Projekt geht, für das 25 Millionen Euro veranschlagt sind.
Eine Umsiedlung hinter die Tore – der übliche Ort für Stehplätze – lehnen die Fans vehement ab. Daraus resultiert ein Stadion mit vier Tribünen – also offenen Ecken – in Anlehnung an die klassische, englische Kampfbahn (sehr wichtig: 20,2 %, wichtig: 16,4 %). Nach Meinung der IG könnten diese Kurven später geschlossen werden, was eine sinnvolle Option zur Stadionerweiterung wäre.
Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Freie Sicht auf das Spielfeld (sehr wichtig: 84,2 %). Goll: „Wer schon mal in Bielefeld war, weiß so einen Punkt zu schätzen.“ Zudem denken die Offenbacher an auswärtige Fans, für die sie „gastfreundliche Bedingungen“ wünschen.
Zusammenfassend sagt Goll: „Es wäre dumm, die Fans nicht von Anfang an zu hören und einzubeziehen – wie etwa in Mainz.“ Und am Ende murmelt einer die endgültige Botschaft: „Alles, bloß nicht Paderborn...“
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