Offenbach - So viel Aufmerksamkeit wünscht sich der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider für jede Pressekonferenz: Hessen-Fernsehen, drei Radiosender und mehrere Tageszeitungen entsenden ihre Reporter ins Rathaus. Von Martin Kuhn

© Häsler
Die Tage des Stadions am Bieberer Berg sind gezählt. An derselben Stelle soll eine neue Arena entstehen, die etwa 18 000 Zuschauern Platz bietet.
Aber nicht alle Tage hat der Verwaltungschef so Wegweisendes zu verkünden. In diesem Fall den endgültigen Start für ein neues Stadion am Bieberer Berg - vorbehaltlich der Zustimmung durch das Stadtparlament. Doch da hat Schneider offenbar gelernt, spricht von - für Offenbacher Verhältnisse - „ungewöhnlichen Vorabstimmungen“ mit nahezu allen Fraktionen: „Es müsste der Himmel zusammenbrechen, wenn die Vorlage nicht mit breiter Mehrheit angenommen wird.“ OFC-Vizepräsident Thomas Kalt nickt zustimmend und siegessicher. Kein Wunder. Für den Traditionsverein endet damit eine schier unendliche (Leidens-)Geschichte.
Als „Fußabdruck“ entsteht der Neubau exakt am Ort der bekannten Kultstätte, allerdings rücken die Tribünen näher an das Spielfeld heran. Baubeginn soll im Sommer 2010 sein. Neubau und Spielbetrieb laufen parallel. Erstes Heimspiel im Neubau: Saison 2011/12 - „dann hoffentlich in der Zweiten Liga“, gibt sich Oberbürgermeister Schneider auch sportlich optimistisch.
Die Finanzierung des 25-Millionen-Projekts in Offenbach: 5 Millionen gibt die Stadt als Zuschuss, 5 Millionen steuern die Stadtwerke bei. 15 Millionen sind als Fremdkapital notwendig - Bankdarlehen und besonders Fördermittel. Deren Großteil soll vom Land Hessen kommen.
Natürlich sei daran gedacht, so Dieter Lindauer, ein energieeffizientes Stadion zu bauen: „Solar und Wasser sind immer ein Thema.“ Ein Beispiel: In Freiburg liefern zwei Sonnenkraftwerke im Jahr 146 000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Weitere Einnahmen sind für den Verkauf der Namensrechte sowie durch Veranstaltungen (Vermietung an Firmen, Konzerte) und Werbemaßnahmen im Stadion eingeplant.
Und die Kickers? Die sichern zu, dass sie für ihre zu gründende Gesellschaft eine Million Euro aufbringen können. Zudem zahlen sie pro Jahr 450 000 Euro Miete. Ein Mietzins der für den OFC als „interessant“, für die Stadtwerke als „auskömmlich“ angesehen wird. Gedeckt sind die Abschreibung und Rücklage für Investitionen. Kalt: „Wir zahlen mehr Miete als bisher, können aber unsere Energiekosten um die Hälfte senken.“
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