Offenbach - Türkische Zwillingsbrüder aus Offenbach sollen über Monate mehrere hunderttausend Euro Schutzgeld von Geschäftsleuten aus der Region erpresst haben.

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Devrim Akarsu
„Wir werfen den beiden Männern Erpressung in mehr als zehn Fällen sowie schweren Raub, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen vor“, teilte Oberstaatsanwältin Annette von Schmiedeberg heute in Offenbach mit.
Die beiden 32-Jährigen sollen im großen Stil Schutzgelder von Geschäftsleuten aus der Region erpresst haben. Die meisten Opfer stammten aus türkischen Familien. „Das Duo soll dabei Beute erlangt haben, die sich deutlich im sechsstelligen Eurobereich bewegt. Heute fanden mehrere Durchsuchungen statt, die uns noch weitere Beweise zur Überführung der Tatverdächtigen liefern sollen“, so die Leiterin der Offenbacher Staatsanwaltschaft im Anschluss an eine groß angelegte Durchsuchungsaktion, bei der die Ordnungshüter heute insgesamt zehn Objekte angingen - Häuser und Geschäfte, zu denen die tatverdächtigen Zwillingsbrüder Bezug hatten, darunter auch ein Fight-Club.
Die Brüder fungierten als Trainer einer Kampfschule, die durch Familienangehörige betrieben wurde. Sie rühmten sich, als Kickboxer verschiedene Titel bis hin zum Europameister in dieser Sportart erlangt zu haben. Zudem erzählten beide wohl auch gerne, dass sie bei der Polizei etliche Ordner mit Akten füllen, die wegen Raub, Erpressung, Körperverletzung und sogar Totschlag angelegt worden seien. Nicht allein deswegen sei ihnen der Ruf vorausgeeilt, hart und skrupellos zu sein - weswegen einige Geschäftsleute sich offensichtlich schnell bereit erklärten, Schutzgelder, getarnt als „Sponsoring“ für den Fight-Club der Brüder, zu zahlen.
baw/dpa
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