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OFC-Stadion: Bagger beißen sich durch das Innere der Haupttribüne

Neues Kickers-Stadion: 25 Millionen sollen reichen

Offenbach ‐  Das gewohnte „Feeling Bieberer Berg“ wird sich beim heutigen Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt (19 Uhr) nicht einstellen. Wie auch. Man erkennt das Stadion Bieberer Berg ja kaum wieder. Von Martin Kuhn

OFC Kickers Stadion Bagger Haupttribüne

© Georg

OFC-Stadion: Bagger beißen sich durch das Innere der Haupttribüne.

Die Stahlrohrtribüne ist weg, ebenso die als „Klaus-Gerster-Gedächtnistafel“ in die Vereinsgeschichte eingegangene, nie funktionierende Anzeigetafel. Die Haupttribüne mit Gastronomie (einst „Kern“, dann Serben-Disco „Club M“) und OFC-Geschäftsstelle ist nur noch eine leere Hülle. Für ordentlich Leben in der Baustelle muss mit dem Anpfiff die Mannschaft sorgen.

Mehr zum Thema Stadion lesen Sie in unserem Stadtgespräch.

Die Kickers-Fans werden erkennen: Die Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) und der Generalunternehmer (Bremer AG) gehen mit Volldampf an den „Neu-Umbau“, wie Oberbürgermeister Horst Schneider das Projekt mittlerweile bezeichnet. Für Dampf, manch einer mag’s heiße Luft nennen, sorgen derweil die Freien Wähler (FW). Die wollen wissen, dass die vereinbarten 25 Millionen Euro fürs neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion nicht reichen.

„Bereits heute ist bekannt, dass Leistungen nicht enthalten sein werden, die jedoch nach unserem Kenntnisstand erforderlich sind – etwa die Erneuerung der Infrastruktur wie Zuwege und Freiplätze“, sagt FW-Mann Stefan Dingeldein. FW-Vorstand Ingo Wernig weist auch schon Wege aus der Finanzierungslücke. Er empfiehlt „die Aufnahme weiterer Gesellschafter in die städtische Stadiongesellschaft“. Sicher seien etliche OFC-Fans bereit, sich finanziell zu beteiligen.

Im Rathaus ist man wenig begeistert. „Offenbar haben die Freien Wähler das Budget besser im Blick als die SBB selbst“, heißt es süffisant. An die Fakten hält sich Geschäftsführerin Daniela Matha, Geschäftsführerin von drei Stadtwerke-Töchtern. Sie listet auf, was das 25-Millionen-Budget neben dem reinen Bau beinhaltet: Parkplatz hinter der heutigen Waldemar-Klein-Tribüne, Ausbau und Beleuchtung des „Schwarzen Wegs“ von der B 448-Fußgängerbrücke, Wegeführung für die Gästefans durch den Leonhard-Eißnert-Park.

Bahn-Halt hinterm Stadion in weiter Ferne

Für die Promenade entlang der Bieberer Straße ist hingegen in den Stadtsäckel zu greifen. Derzeit bildet der Zaun die Grenze zwischen jetzt privatem Stadionareal und öffentlichem Gehsteig.  Im Sinne eines einheitlichen Bildes und angesichts der Tatsache, dass die Stadion-Passage (unter anderem mit einer Filiale der Sparda-Bank) jederzeit öffentlich zugänglich ist, sollte ein gemeinsamer Wurf möglich sein.

Kein Thema ist eine mögliche Umgestaltung der Y-Tangente zur B 448, wie sie auch in einer Anfrage der CDU-Stadtverordneten Eleonore Glaesner anklingt: „Wie werden zukünftig die Zu- und Abfahrten Parkplatz Wiener Ring / B 448 gelenkt?“ Für Daniela Matha vermischt sich in der öffentlichen Wahrnehmung einiges. Ein Kernpunkt in Sicherheitsfragen war stets die beengte Situation am Eingang Ostkurve (Bieberer Straße/Ecke Abfahrt B 448). Polizei und Feuerwehr fordern dort seit Jahren eine Entschärfung. Eine Möglichkeit wäre tatsächlich Zu- und Abfahrt über die östliche Spange. „Der Stadion-Entwurf der Bremer AG hat aber das Problem anders gelöst. Die Zuschauer sind künftig viel weiter weg von der Fahrbahn. An eine neue Verkehrslenkung, so bestätigt es auch die Stadt, sei nicht gedacht, auch wenn Matha signalisiert: „Wir übernehmen den Auftrag gern.“

Ebenfalls in weiter Ferne ist ein S-Bahn-Halt hinterm Stadion. „Gern, aber illusorisch. Da müssten wir schon in der Champions-League spielen“, so Horst Schneider. Ansprechpartner für eine Investition in Millionen-Höhe sei ohnehin der Rhein-Main-Verkehrsverbund.

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