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Die Beseitigung des Restmülls ist eine teure Notwendigkeit - vielen scheint da eine illegale Entsorgung verlockend

Stadt sucht Renovierer

Offenbach - Schlichte Ignoranz, vermeintliche Bauernschläue oder echte Dummheit? Trefflich lässt sich darüber streiten, warum einige Mitbewohner dazu neigen, ihren Müll illegal beim Nachbarn oder an der nächsten Straßenecke abzuladen. Von Martin Kuhn

Am Donnerstag wurde der bislang letzte Fall gemeldet: an der Verbindung zwischen dem Friedhof Bieber und der B448.

© Stadt

Am Donnerstag wurde der bislang letzte Fall gemeldet: an der Verbindung zwischen dem Friedhof Bieber und der B448.

Fest steht: Die Stadt lässt sich das schon lange nicht mehr gefallen. Sie versucht, jeden Müllsünder zu ermitteln, zu überführen und zur Kasse zu bitten. Dabei geht es nicht allein ums Stadtbild.

Spaziergänger entdeckten zwei Haufen entlang des ersten Waldwegs, der den verlängerten Heusenstammer Weg kreuzt.© StadtSpaziergänger entdeckten zwei Haufen entlang des ersten Waldwegs, der den verlängerten Heusenstammer Weg kreuzt.

Die Mülldetektive sind aktuell wieder gefordert. Innerhalb weniger Tage wurden dem Ordnungsamt fünf illegale Müllhalden in der Bieberer Gemarkung gemeldet, „die vermutlich in einem direkten Zusammenhang zueinander stehen“. Unbekannten legten Bauschutt, Renovierungsabfälle und Sperrmüll zwischen dem 11. und 16. Februar ab. Spaziergänger entdeckten zwei Haufen entlang des ersten Waldwegs, der den verlängerten Heusenstammer Weg kreuzt. Zwei weitere Ablagerungen wurden an Feldwegen gesichtet, die von der verlängerten Schlossmühlstraße abzweigen. Am Donnerstag wurde der bislang letzte Fall gemeldet: an der Verbindung zwischen dem Friedhof Bieber und der B448.

Jeder Hinweis könnte der fehlende Baustein sein

„Art und Menge der Abfälle, die dort hingeworfen wurden, lassen darauf schließen, dass es sich um ein und denselben Verursacher handelt“, sagt Frank Weber, stellvertretender Ordnungsamtsleiter. Nach seinen Worten muss es sich um „größere Renovierungsarbeiten“ an einem Haus gehandelt haben, bei denen die Abfälle angefallen sind.

„Sollte jemand etwas Verdächtiges beobachtet haben, das im Zusammenhang mit diesen Ablagerungen stehen könnte, bitten wir ihn, sich umgehend an die Müllermittler unter Tel.: 069 8065-4747 zu wenden und die Beobachtungen zu melden. Jeder Hinweis könnte der fehlende Baustein sein, um den Täter ausfindig zu machen“, appelliert der stellvertretende Amtsleiter.

Einige Hinweise aus der Bevölkerung wurden ans Ordnungsamt bereits gemeldet und auch Spuren in den Abfällen gesichert, so dass durch weitere Zeugenaussagen bald die Herkunft der Abfälle geklärt sein könnte. Den Verursacher erwarten Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz. Christian Broos vom Ordnungsamt hat dafür kein Verständnis und kündigt Repressalien gegen den Verursacher an. Bei einer solchen Abfallmenge summieren sich die Bußgelder schnell auf 5000 Euro. Broos: „Unfassbar, wie rücksichtslos manche Menschen sind, die auf Kosten der Allgemeinheit Renovierungskosten niedrig halten wollen, in dem sie die Abfälle im Feld oder Wald abladen.“

Zahl der erwischten Verursacher und der verhängten Bußgelder hat sich deutlich erhöht

Durch stetige Appelle hat die Verwaltung offenbar die Offenbacher sensibilisiert. Die Zahl der Meldungen hat sich gegenüber 2006 verfünffacht, obwohl sich die Menge des illegal deponierten Mülls laut Stadtdienstleister ESO nicht vergrößert hat.

Mit dem Wegräumen auf Gebührenzahlers Kosten ist’s nicht getan. Die Zahl der erwischten Verursacher und der verhängten Bußgelder hat sich deutlich erhöht. Ein Blick in die Statistik: 2006 wurden 11.000 Euro an Verwarn- und Bußgeldern für illegale Entsorgung eingenommen. Bis zum Jahr 2010 verdoppelte sich die Summe auf gut 22.000 Euro.

Für Schlagzeilen sorgte ein Urteil im Herbst: 1400 Euro musste eine Frau zahlen, weil sie ihre ausgediente Wohnungseinrichtung einfach auf dem Gehweg abstellte. Sie legte Einspruch ein. Die Rechtmäßigkeit des Bußgelds bestätigte allerdings das Amtsgericht Offenbach.

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