Offenbach ‐ „Wir sind anständige Dienstleister“, sagen Nicolas Kremershof und Lorenz Klingebiel und ziehen die Schleifen ihrer Schürzen zurecht. Während die Studierenden der Hochschule für Gestaltung (HfG) das klarstellen, stehen sie neben ihrem 15 Jahre alten Minolta-Kopierer. Von Katharina Skalli

© Skalli
„Ein Kopierer und wir“, nennen es Lorenz Klingebiel (links) und Nicolas Kremershof. Die Studenten der Hochschule für Gestaltung bitten heute zu ihrer Veranstaltung „Raus kopieren“ ins Klingspormuseum.
Ihre erste Aktion namens „Copy Shop“ veranstalteten sie in der Cafeteria der HfG. Jeder durfte reproduzieren, was er wollte und ohne zu bezahlen. Eine Kopie ging an die Kopierer vom Dienst Kremershof und Klingebiel. „Eine Studentin hat Dinge aus ihrer Handtasche kopiert“, erzählt Nicolas Kremershof. Ein anderer Teilnehmer kopierte seinen Schlüsselbund. Wieder andere wichtige Unterlagen oder Fotos. Die vergrößerte Kopie einer herzförmigen Kartoffel gewann den Titel „goldene Kopie“.
Das Duo findet es nicht nur spannend, was so vervielfältigt wird, sondern macht aus der Tätigkeit selbst eine besondere Veranstaltung. „Wir wissen nie, was rauskommt“, sagt Lorenz. Es komme darauf an, was die Teilnehmer mitbrächten. Die 24-Jährigen benutzen ausschließlich Recyclingpapier. Das gehört für sie einfach dazu. „Das Material hat irgendwie etwas Dokumentarisches“.
Die beiden Studenten der „Visuellen Kommunikation“ freuen sich über die enge Zusammenarbeit mit dem Museum. „Es ist ein Missstand, dass so wenige Studenten von dem Museum und seinem tollen Archiv wissen“, sagt Lorenz Kliengebiel. „Für Gestalter ist es faszinierend, was es dort alles gibt“, ergänzt Nicolas Kremershof.
Für Mitte April ist eine weitere „Copy Shop“-Veranstaltung geplant. Am Ende wollen sie ein Buch aus allen gesammelten Seiten machen. Wer eins möchte, bekommt es von den beiden kreativen Dienstleistern persönlich kopiert.
Facebook 'Like' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.