Offenbach - Hans-Jürgen ist ein Eskimotyp. Der Zusteller der Offenbach-Post bietet den eisigen Temperaturen die Stirn. Während seine Kunden noch in warmen Bettdecken kuscheln, radelt Träger Bobrowski durch die dunklen Straßen und verteilt Zeitungen. Von Katharina Hempel

© Hempel
Irgendwann frieren die Finger ein, dann wird es für Zusteller wie Hans-Jürgen Bobrowski immer schwerer.
Bis um 6 Uhr soll das Blatt im Briefkasten sein. Doch je kälter die Nacht, desto steifer die Finger. Und dann geht es eben nicht so flott und pünktlich wie gewohnt.
Verlagsleiter Thomas Kühnlein ergänzt: „Derzeit können wir unseren Zeitungsausträgern gar nicht genug für ihren Einsatz bei diesen widrigen Witterungsbedingungen danken. In der Frühe liegen die Temperaturen seit Tagen oft im zweistelligen Minusbereich, das muss man erst einmal bewältigen, das verdient hohen Respekt.“ Kühnlein ist sich sicher, dass das auch die meisten der Leser so sehen und die ein oder andere Verzögerung großzügig verzeihen werden.
Die Austräger wappnen sich so gut sie können. Doch früher oder später kriecht jedem die lähmende Kälte in die Knochen. Bei Hans-Jürgen Bobrowski liegen zwischen seinem Körper und der eisigen Nacht nur ein paar Lagen Stoff. Über den Kopf hat sich der 44-Jährige eine Mütze und darüber die Kapuze gestülpt. Unter seiner leuchtend orangefarbenen Jacke trägt er eine aus Fleece, einen Pullover und ein T-Shirt. An den Beinen müssen eine lange Unterhose und eine Jogginghose reichen, die er in die Socken gesteckt hat.
„Bis ich mal so richtig warm bin, vergehen drei Stunden“, erzählt der Zeitungszusteller. „Davor trinke ich Tee aus meiner Thermoskanne. Manchmal hilft’s, manchmal nicht.“
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