CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat seine Partei bereits auf eine „harte Auseinandersetzung“ eingestimmt.
Eigentlich wollte die Union ja die recht gute wirtschaftliche Situation Deutschlands ins Zentrum der Auseinandersetzung stellen. Doch mit Peer Steinbrück als Spitzenkandidaten dürfte dies nicht so leicht sein. Er wird die Finger immer wieder in die „Wunden“ der Koalition legen: Schlingerkurs bei der Euro-Rettung, Unstimmigkeiten bei der Energiewende, Streit bei vielen Sozialthemen und eine FDP, die in den nächsten Wochen um ihre Existenz kämpfen muss.
Harsche Töne sind keine Überraschung
Dass die SPD-Pläne jetzt bei Unternehmern auf heftigsten Widerstand stoßen, liegt auf der Hand; die harschen Töne von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, die teils wütenden Interviews sind nicht verwunderlich. Doch müssen sich die Arbeitgeber tatsächlich fürchten vor einer möglichen Regierung mit Rot-Grün Ende 2013? Vielleicht sollten sich die Unternehmerverbände just in diesen Tagen an die Schröder- Steinbrück-Regierungszeit erinnern. Von der Senkung des Spitzensteuersatzes, der Agenda 2010 mit Hartz IV bis zum Billiglohnsektor - der staunenden Wirtschaft wurden damals von den Genossen viele Vorteile präsentiert.
Man sollte also die Kirche im Dorf lassen. Steinbrück wird noch versuchen, zusätzlich das bürgerliche Lager und die Wirtschaft zu bedienen. Der Kandidat weiß es doch: An diesem Spagat wird sich zeigen, ob er wirklich Kanzler kann. Und Regierungschef wird nur, wer sich glaubhaft mit den täglichen Problemen und Hoffnungen der Mittelschicht auseinandersetzt.





