Offenbach - Professoren haben vor einem Jahr in ihrem sogenannten Theologen-Memorandum unter anderem die Öffnung des Priesteramts für verheiratete Männer sowie für Frauen und eine stärkere Mitbestimmung für die Gläubigen gefordert.

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Bruder Paulus, Frankfurt
Pfarrer Peter Eckstein: Ich habe keine Bewegung feststellen können, die spezifisch als Folge des Memorandums zu betrachten wäre. Keine der darin aufgeführten Forderungen und Thesen sind wirklich neu.
Wie gehen Sie als Seelsorger mit dem Dialogprozess mit Laien um?
Pfarrer Peter Eckstein: Es gibt für mich keine Fragen, die nicht offen angesprochen werden dürften. Bis auf die Frage nach möglichen Gemeindezusammenlegungen und natürlich der Missbrauchsthematik konnte ich im letzten Jahr keinen gesteigerten Gesprächsbedarf hinsichtlich der anderen Themen erkennen. Ehrlich gesagt, die Gemeindemitglieder vor Ort haben mehrheitlich andere Sorgen als Priesterehe, Frauenordination oder homosexuelle Partnerschaften.
Wie stellen Sie sich die weitere Modernisierung der katholischen Kirche vor?
Bruder Paulus: Ich bleibe dabei, was ich schon oft gesagt habe: Die Kirche ist die modernste Institution, die die Weltgeschichte kennt. Meine Mitbrüder waren schon vor über hundert Jahren in China, als hier davon allgemein noch keine Rede war. Was Globalisierung bedeutet, Rechte der Frau, Stärkung der Familie: Was die Kirche dazu zu sagen hat, wird in den Slums von Brasilien, den asiatischen Ländern oder im Ein-Kind-Zwang der chinesischen Kultur als fortschrittlich wahrgenommen. Wenn ich einen Wunsch haben darf für Deutschland: Ich würde mir wünschen, dass jede Kirche in Offenbach und Umgebung jeden Tag weit geöffnet ist, dass Christen darin beten, dass alle Menschen guten Willens sich darin willkommen wissen. Was wir zuerst brauchen, ist ein modernes Selbstbewusstsein eines jeden Christen: Kirche ist das, was ich daraus mache.
Pfarrer Peter Eckstein: Es geht um Entbürokratisierung und Entinstitutionalisierung, mehr Leidenschaft und Einsatzfreude für die Sache Jesu - dafür weniger Nabelschau, mehr Zurückhaltung bei der Indienstnahme von Wirtschaftsberatungsorganisationen für kirchliche Reformvorschläge, denn hier wurde schon viel kaputt „saniert“. Für alle ihre Amts- und Funktionsträger, seien es Männer oder Frauen, gilt die die Grundhaltung Johannes’ XXIII.: „Giovanni - nimm Dich nicht so wichtig!“ Dann, so glaube ich, hätte es Gott erheblich leichter bei uns.



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