Obama schickt 30 000 Soldaten an den Hindukusch
002.12.0902.12.09|PolitikFacebook
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Washington - Mit einer massiven Truppenverstärkung will US- Präsident Barack Obama die Wende im Afghanistan-Krieg erzwingen. Bereits zum Jahresbeginn schickt er 30 0000 zusätzliche Soldaten an den Hindukusch.

© dpa
US-Präsident Barack Obama möchte die Stärke der US-Truppen in Afghanistan auf rund 100 000 Mann erhöhen.
Ziel der Offensive ist es, die erstarkenden Taliban zurückzudrängen und die Bevölkerung zu schützen, kündigt Obama nach vorab veröffentlichen Redepassage am Dienstagabend in der Militärakademie West Point an. Die Zahl der US-Truppen in Afghanistan erhöht sich damit auf rund 100 000 Mann.
Rückzug soll 2011 beginnen
Der Rückzug der amerikanischen Truppen soll schon im Juli 2011 beginnen. Wie im Irak soll dies auch in Afghanistan “verantwortungsvoll“ verlaufen. Dabei müssten “die Bedingungen vor Ort“ beachtet werden.
Zugleich macht Obama den Angaben zufolge deutlich, dass Washington mit weiteren Soldaten der Verbündeten rechnet. “Auf dem Spiel steht nicht einfach nur die Glaubwürdigkeit der NATO - was auf dem Spiel steht, ist die Sicherheit unserer alliierten und die kollektive Sicherheit der Welt“, meint Obama den Angaben zufolge. “Die 30 000 zusätzlichen Soldaten, die ich heute ankündige, werden in der ersten Hälfte 2010 entsandt - und damit so schnell wie möglich - damit sie den Aufstand bekämpfen und wichtige Bevölkerungszentren schützen können.“
Ein weiteres Ziel der Truppenaufstockung sei es, die afghanischen Streitkräfte weiter auszubilden. Die US-Soldaten “werden unsere Anstrengungen stärken, kompetente afghanische Sicherheitskräfte zu trainieren und zu einem Partner für sie zu werden, damit mehr Afghanen als bisher am Kampf teilnehmen. Sie werden dabei helfen, die Bedingungen dafür zu schaffen, damit die Vereinigten Staaten Verantwortung an die Afghanen übertragen können.“
Ausdrücklich fügte Obama hinzu: “Es muss der afghanischen Regierung - und, was noch wichtiger ist, dem afghanischen Volk - klar sein, dass sie am Ende selber für ihr eigenes Land verantwortlich sind.“
Friedensnobelpreis: Obama als Hoffnungsträger
Die neue Afghanistan-Strategie war mit Spannung erwartet worden. Ein führender US-Regierungsbeamter im Weißen Haus sagte, der Rückzug könne sich über vier bis fünf Jahre ziehen. Der Regierungsbeamte, der namentlich nicht genante werden wollte, machte auch klar, dass Washington bereits beim NATO-Treffen diese Woche weitere Zusagen von den Verbündeten über mehr Soldaten erwartet. Dabei ist inoffiziell von weiteren 5000 Mann die Rede.
Zugleich wächst aber auch die Kritik in den eigenen Reihen an den Plänen Obamas. Viele Demokraten äußersten sich bereits skeptisch. Nach acht Jahren Afghanistan-Krieg hofft Obama, mit der geplanten Truppenaufstockung den erstarkenden radikalislamischen Taliban die Stirn zu bieten. Die Bundesregierung in Berlin wird frühestens Ende Januar über eine Aufstockung ihrer Afghanistan-Truppe entscheiden.
Die Zahl der zusätzlichen US-Soldaten und die von Obama erbetenen 5000 Mann der Alliierten entsprechen in etwa den 40 000 Soldaten, die der US-Oberbefehlshaber in Afghanistan, General Stanley McChrystal, von Washington ursprünglich gefordert hatte. Die USA haben einem Medienbericht zufolge von der Bundesregierung eine massive Aufstockung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan gefordert. Wie die “Leipziger Volkszeitung“ (Mittwoch) unter Berufung auf Regierungsvertreter in Berlin berichtete, habe Obama im Rahmen der neuen Afghanistan-Strategie um die zusätzliche Entsendung von 2000 Bundeswehrsoldaten gebeten.
Für eine Offensive in der ersten Jahreshälfte 2010 erwarte man in Washington aber nicht in erster Linie zusätzliche Kapazitäten für die Polizei- und Militärausbildung, sondern einen eindeutigen Beitrag Deutschlands “zur Stärkung der internationalen Kampfkraft“ auch in den besonders umkämpften Gebieten im Süden und Osten Afghanistans. Dies könne unter anderem auch eine Erweiterung des bisherigen deutschen Einsatzgebietes über den Norden hinaus bedeuten. Derzeit sind rund 4500 Bundeswehrsoldaten am Hindukusch im Einsatz.
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