104.04.09|Politik|Politik|
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Barack Obama Superstar. Hatte sich der US-Präsident während des G 20-Gipfels in London noch vornehm im Hintergrund gehalten, läuft er im Vorfeld des NATO-Treffens zur Hochform auf. Von Frank Pröse
Seine Ankündigung, noch am Wochenende einen Fahrplan für eine Welt ohne Atomwaffen vorlegen zu wollen, stellt selbst die auch nicht gerade unwichtige Forderung nach einer völlig neuen Justierung des Verteidigungsbündnisses in den Schatten.
Obama ist eben immer für eine Überraschung gut - mit einer Konstante: die Abkehr von der Politik seines Vorgängers George W. Bush. Dazu zählt auch die Wiederannäherung zwischen den USA und Russland, wie sie sich nach dem Gespräch zwischen dem US-Präsidenten und Kreml-Chef Medwedew abzeichnet. Sie macht Hoffnung, dass die alten Feindbilder ungeachtet bestehender gegensätzlicher Interessen ausgedient haben. Die Absichtserklärungen fußen auf der Erkenntnis, dass es Sicherheit nur durch radikale Abrüstung geben kann. Die Vereinbarung neuer Verhandlungen über die Verringerung beider Atomarsenale ist wenigstens ein erster Schritt. Und wenn man Obama Glauben schenken darf, werden weitere folgen. Das ist eine wirklich gute Nachricht in Wirtschaftskrisenzeiten.
Bis das transatlantische Eis zur Gänze schmilzt wird es freilich noch eine Weile dauern. Dafür müssen zunächst Konfliktthemen wie die geplante NATO-Osterweiterung bis an Russlands Grenzen und der mögliche Raketenschutzschild in Mitteleuropa abgearbeitet werden. Dann aber können sich die USA und Russland ganz der atomaren Abrüstung widmen - bei sich zuhause und in der ganzen Welt. Die wartet gespannt auf Obamas Fahrplan, weil sie ihm als dem einzigen Superstar auf der politischen Bühne durchaus zutraut, den gordischen Knoten endlich durchschlagen zu können.
frank.proese@op-online.de
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