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Sprache als Eintrittskarte

Sprache als Eintrittskarte

030.04.09|Politik|Politik|
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Artikel: Sprache als Eintrittskarte

Nordrhein-Westfalens zuständiger Minister Armin Laschet (CDU) hat den Rückgang der Einbürgerungszahlen von etwa 15 Prozent bundesweit bereits „alarmierend“ genannt. Ein Zeichen für wachsende Probleme bei der Integration? Auf jeden Fall sollte diese Entwicklung genauer beobachtet werden. Denn das Thema Migration ist eines der zentralen für unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren.

Vieles ist zuletzt versäumt worden, das wird nun deutlicher.

Dabei wird die Bedeutung von Einbürgerung und Migration für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands immer noch unterschätzt. Die Autoren einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bekräftigen jetzt: „Durch Zuwanderung wird die einheimische Bevölkerung langfristig durch höhere Einkommen aus Arbeit und Vermögen profitieren.“ Die Untersuchungen ergaben, dass sich nach der Zuzugswelle aus den acht osteuropäischen Beitrittsländern das Bruttoinlandsprodukt in der erweiterten EU seit 2004 um 0,2 Prozent oder 24 Milliarden Euro erhöhte.

Natürlich müssen die „Eintrittkarten“ in den Arbeitsmarkt und der Weg zum deutschen Pass an Bedingungen gekoppelt werden. Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, brachte es bei der Vorstellung des Regierungsberichts „Die Ausbildungs- und Arbeitsmarktsituation der hessischen Bevölkerung mit Migrationshintergrund“ auf den Punkt: „Unerlässliche Voraussetzung bleibt die Beherrschung der deutschen Sprache.“

Das stimmt! Sicherlich ist es so, dass die große Mehrheit möchte, dass diejenigen, die lange bei uns sind und sich in diesem Lande auch heimatlich fühlen, den Schritt wagen, sich einbürgern zu lassen. Dass der Erwerb der Staatsangehörigkeit ein Minimum an Kenntnissen über unser Land und unsere Sprache voraussetzt, sollte selbstverständlich sein.

Ein Konzept, das die vielen Modellprojekte zur besseren Integration in Hessen bündelt, fehlt aber. Deswegen sind die Verantwortlichen in der Landesregierung gefordert. Fasbenders Appell (und indirekte Kritik) ist deutlich: „Wir müssen auch den Blickwinkel drehen und Zuwanderung und kulturelle Vielfalt am Standort Hessen nicht länger nur als Problem behandeln.“

peter.schulte-holtey@op-online.de

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