Der Mann hat alles richtig gemacht: Er wollte vier Kinder vor einem Raubüberfall schützen. Er verständigte die Polizei, dann versuchte er zu schlichten und begleitete die Kinder. Von Ralf Enders

© op-online.de
Ralf Enders sieht das Geschehen in München als „fatales Signal“.
Jetzt ist er tot. Von zwei jugendlichen Schlägern zu Tode geprügelt.
Der Ruf nach gnadenloser Bestrafung der beiden polizeibekannten Täter kommt schnell und zurecht. Allein: Hilft das? Die 17- und 18-Jährigen traten und prügelten völlig skrupellos auf ihr Opfer ein. Am hellichten Tag. Ob Zeugen oder Videokameras sie beobachteten, war ihnen egal. Ob sie dafür ein paar Tage oder zehn Jahre ins Gefängnis kommen können auch.
Das heißt nicht, dass die beiden Schläger nicht hart bestraft gehören. Allein schon, um die Gesellschaft zu schützen, müssen sie lange eingesperrt werden. Der Opferschutz muss vor noch so gut gemeintem Täterschutz kommen. Die berühmte „Null Toleranz“ wäre eine Sprache, die die beiden wenigstens im Nachhinein verstehen würden. Vielleicht.
Dem toten Mann hilft das nicht mehr. Er hat Courage gezeigt und mit dem Leben bezahlt. Das ist ein fatales Signal. Eines, das wir gleichzeitig zur Kenntnis nehmen und ignorieren müssen. Sonst haben die brutalen Schläger gesiegt.
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