008.02.10|Politik|Politik|2
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Die Münchner Sicherheitskonferenz hat vor allem eines gezeigt: Mit sichtbarer Freude führte Teheran dem Westen seine Ohnmacht vor Augen. Gekonnt spielten sich Präsident Ahmadinedschad und sein Außenminister Mottaki die Bälle zu. Da verwundert es nicht, dass Washingtons Repräsentant Lieberman vor Wut schäumte. Von Marc Kuhn
Das Gebaren des Irans am Wochenende ist ein Beleg dafür, wie sicher sich das Mullah-Regime im Atomstreit fühlt - zu Recht. Wissen die radikalen Kräfte doch, dass sie einen immer wieder angedrohten Militärschlag kaum fürchten müssen. Ein solcher Schritt könnte den ganzen Nahen Osten destabilisieren. Das Risiko können die USA nicht eingehen. Zumal die Gefahr besteht, dass Teheran zuvor Amerikas Verbündeten Israel attackiert. Darüber hinaus hätte ein Konflikt in der Region katastrophale Auswirkungen auf die Ölversorgung und die Weltwirtschaft.
Ebenso wenig fürchtet der Iran Sanktionen. Die bisherigen Druckmittel der USA und der EU sind im Sande verlaufen. Und der Sicherheitsrat wird die Daumenschrauben nicht anziehen, da die Vetomächte China und Russland Schlimmeres verhindern. Ohnehin wären Einschränkungen für die Bevölkerung ein zweischneidiges Schwert. Schließlich besteht die Gefahr, dass sich die Menschen dann gegen den Westen wenden. Der braucht die Iraner allerdings. Hofft er doch, dass sie ihre Peiniger irgendwann zu Fall bringen.
So sind Amerikanern und Europäern letztlich die Hände gebunden. Ein brisante Situation. Die friedliche Nutzung der Kernenergie ist Teheran nicht zu verbieten. Gerüchte über den Bau von Atombomben sind indes äußerst beunruhigend. Für Transparenz können nur Ahmadinedschad und seine Mullahs sorgen. Daran haben sie aber kein Interesse. Sie spielen Freunde und Feinde gegeneinander aus und profitieren davon - auch innenpolitisch. Die Demonstration vermeintlicher Stärke schweißt die Anhängerschaft zusammen und sichert so die Macht.
Rubriklistenbild: © op-online
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