Frankfurt ‐ Unerbittlich lässt Rudolf Liller das Martinshorn heulen. Mit einem Affenzahn düst er in seinem Polizeiauto hin und her, reißt ruckartig den Lenker herum, fährt ganz dicht an vor ihm trottende Pferde heran und beginnt ein erbarmungsloses Hupkonzert. Von Melanie Gärtner

© Gärtner
Feuerprobe: Pferde sind von Natur aus schreckhaft. Sie müssen daher ihrem Reiter blind vertrauen, um diese hier zu sehende Übung absolvieren zu können.
Der Oberkommissar und Polizeireitlehrer befindet sich nicht auf Ganovenjagd oder im gefährlichen Einsatz, sondern lenkt sein Fahrzeug mitten durch eine Reithalle im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Es herrscht ein Höllenradau. Doch die Tiere lassen Liller gewähren und ertragen den Lärm mit Fassung. Was haben sie an diesem Morgen nicht schon alles über sich ergehen lassen müssen? Der Reitlehrer fuchtelte mit großen Fahnen vor ihren Augen, bewarf sie mit Bällen und spazierte mit einer Schreckschusspistole um sie herum, die er schließlich auch noch abfeuerte.
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