Bad Nauheim ‐ In dem mittelhessischen Kurbad hatte man sich das so schön ausgedacht: „Vom 24. April bis 3. Oktober feiert Bad Nauheim mit der 4. Hessischen Landesgartenschau Hessens größtes Gartenfest. Baden Sie in einem Meer aus Tulpen und Frühjahrsblühern“, hieß es vollmundig. Von Reinhold Gries

© Gries/dpa
Ein Kunstwerk für sich: Die „Lichtkirche“ bietet Raum für Konzerte, Lesungen, Kabarett und Andachten.
Im Herbst noch glich der Kurbezirk mit seiner aufgewühlten Erde und dem Leitungsgewirr einer Großbaustelle, auch bei Steinarbeiten an den Themengärten brummte es. Nach kurzer Winterruhe sollte es im Februar richtig losgehen mit den Gartenarbeiten. „Wir haben nichts gegen den Winter. Er muss nur rechtzeitig aufhören“, sagte Hartmut Kind, Geschäftsführer der Landesgartenschau (LGS). Das war Anfang Februar. Er wurde nicht erhört. Es ist noch nicht allzulange her, da setzten sie einen Bagger am Kurparkteich als Eisbrecher ein, um die Montage des Holzdecks zu ermöglichen. Aber Kind, der nervenstarke Stadtplaner und Gartenarchitekt, und dessen 40 Helfer haben auch jetzt, am Ende des Endloswinters, den Optimismus nicht verloren: „Wir kennen unser Gelände und nutzen jede Sonnenstunde, arbeiten Tag und Nacht. Es bleibt spannend, es wird eng. Die Kälte behindert zwar unsere Show, aber das gehört halt jetzt zur Show dazu.“
Der Bad Nauheimer Kurpark, Mitte des 19. Jahrhunderts von Palmengartenbaumeister Heinrich Siesmayer geplant, ist bereit für „Blumenwirbel“. Sein Kastanienrondell ist wiederhergestellt und ebenso gut in Form wie neu angelegte Freischachfelder und Boule-Bahnen. Auf das Blumenmeer der Kurhauswiese freuen sich ebensoviele Besucher wie auf dichte Farnwälder zwischen dem Großen Teich und dem Flüsschen Usa.
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