Frankfurt-Höchst - Es braucht wenig, um Schlagzeilen zu machen: Weltweit 18 neue Wasserstoff-Tankstellen sind im vergangenen Jahr in Betrieb gegangen. Damit ist die Zahl auf 206 Tankstellen angestiegen, weitere 108 sollen folgen. Von Carsten Müller

© Honda
Sicherheit ist beim Wasserstoff tanken oberstes Gebot: Der Vorgang selbst beansprucht nur drei bis vier Minuten.
In Deutschland bieten zurzeit fünf öffentlich zugängliche Zapfanlagen den Treibstoff an, seit November 2006 eine Agip-Station am südlichen Rand des Industrieparks in Frankfurt-Höchst. Sie ist Teil des von der Europäischen Union geförderten und von Infraserv Höchst koordinierten Projekts „Zero Regio“, in dem 16 Unternehmen, Regionen und Forschungseinrichtungen aus vier Ländern zusammenarbeiten, um die Akzeptanz des Wasserstoff-Antriebs zu verbessern und Erfahrungen im Alltagsbetrieb zu sammeln.
Im Industriepark Höchst fallen pro Jahr etwa 30 Millionen Kubikmeter Wasserstoff als Nebenprodukt aus der Chlorproduktion an. Infraserv betreibt dort ein Wasserstoffzentrum, wo das Element gespeichert, auf verschiedene Druckstufen verdichtet und an Verbraucher verteilt wird. Eine 1,7 Kilometer lange Hochdruck-Pipeline, die weltweit ihresgleichen sucht, führt zur Agip-Station. Sie hat rund um die Uhr geöffnet und ist mit ihrem Bistro ein beliebter Treffpunkt für Flughafen-Abholer.
Anlaufstelle ist die H2-Säule in Höchst aber auch für drei Brennstoffzellen-A-Klassen von Mercedes-Benz, die auf dem benachbarten Flughafengelände und bei Infraserv im Alltagsbetrieb getestet werden. Sowohl die Fahrzeuge als auch die Füllanlage erzielten während der Projektdauer eine 95-prozentige Verfügbarkeit. Geringe Ausfallzeiten entstanden durch Reparaturen und Wartungen, die nicht mit dem Brennstoffzellenantrieb oder der H2-Versorgung in Zusammenhang standen.
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