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Berliner planen Familienzentrum in Jügesheim

„Architektur für morgen“ in Jügesheim

Jügesheim (eh) - Das junge Architekturbüro „tm. es architekten“ aus Berlin hat den Gestaltungswettbewerb für das geplante Familienzentrum am Alten Weg gewonnen. Alle neun Wettbewerbsarbeiten sind bis zum 15. Februar im Parlamentsfoyer des Rathauses zu sehen.

© Wolf

Auf dem ehemaligen Bauhofgelände am Alten Weg will die Stadt ein Familienzentrum bauen.

Die Ausstellung ist werktags von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet. Der Aufgabe, ein Haus für Kinder und Eltern zu konzipieren, habe sich das ausgezeichnete Büro mit feinen Differenzierungen und einer Vielzahl von Details genähert, lobt das Preisgericht. Der längliche Baukörper sei großzügig, elegant und modern. Jury-Vorsitzender Prof. Thomas Zimmermann (FH Frankfurt): „Das ist ein mutiger Entwurf. Etwas, von dem man sagt: Es ist für morgen oder übermorgen.“ Falls die Stadt die Ideen aus Berlin in die Tat umsetze, sei ihr die Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit gewiss.

Der weiße Flachdachbau sieht vorne ein eingeschossiges Haus der Kinder vor. Dahinter steht ein höheres Haus der Eltern, das dem Kinderhaus optisch den Rücken stärkt. Der Entwurf rückt die Kinder in den Vordergrund: Gruppenräume und Garten sind nach Westen ausgerichtet. „Die Kinder zeigen sich, sie werden ein Teil der Öffentlichkeit“, so Zimmermann. Alle anderen Planer hatten den Kinderbereich an der Gebäuderückseite nach Osten angeordnet.

Und noch etwas zeichnet den Berliner Entwurf aus, wie Zimmermann sagt: „Es ist die kleinste Lösung, die auch den weitesten Abstand zu den Nachbarn hat. Das war ein wesentliches Kriterium.“ Für den Architektenwettbewerb hatte die Stadt drei Büros zu Entwürfen aufgefordert, die übrigen Teilnehmer wurden aus 236 Bewerbern ausgelost. Im zwölfköpfigen Preisgericht waren Sachverstand und Politik gleichermaßen vertreten: Architekten, pädagogische Fachberatung, Magistrat, Stadtverordnete und Torsten Jöst als Vertreter der Anwohner.

Der erste Architektenwettbewerb der Stadt

Nach Angaben des Magistrats hatte die Stadt Rodgau zum ersten Mal einen förmlichen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Prof. Thomas Zimmermann sieht darin einen wichtigen Schritt, um das „Kräftemessen von Einzelinteressen“ zu vermeiden, das normalerweise eine solche Planung begleite. Am Ende des Wettbewerbs stehe „eine Vorlage, die unbelastet ist von Einzelinteressen“.

© Repro: ehVorne drei Kleinkindergruppen, dahinter Elterncafé und Beratungsstellen: So stellen sich die Berliner Architekten Doreen Ebert, Aléjandro Tomás-Roldán und Dana Matschek das Familienzentrum in Jügesheim vor. Entgegen dem ersten Eindruck ist kein reiner „Betonkasten“ geplant.

Ob der preisgekrönte Entwurf realisiert wird, entscheidet das Stadtparlament. Die Stadt ist lediglich verpflichtet, eines der drei Preisträger-Büros mit der Planung zu beauftragen. Neben den Berliner „tm.es architekten“ sind das „wolf.sedat architekten“ aus Weikersheim und „AG 5 Architekten“ aus Darmstadt. 
Die Preisträger erhielten Geldpreise von 7000, 4200 und 2800 Euro. Der Architektenwettbewerb hat insgesamt 35000 Euro gekostet. Stefan Flasche von der städtischen Gebäudewirtschaft: „Das ist gut angelegtes Geld.“

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