Rodgau - Jeder kennt die kleinen Helfer in der Not: Grün sind die Leuchten mit den Männchen, die in öffentlichen Gebäuden bei einem Stromausfall den Weg zu den Ausgängen weisen. Von Marc Kuhn

© Gessler
Die Rettungszeichen-Leuchten weisen bei Stromausfällen den Weg zu den Ausgängen.
Kaum jemand weiß indes, dass viele dieser sogenannten Rettungszeichen, die nicht nur in Deutschland zu finden sind, aus dem Rodgau kommen. Von den Produkten der Konkurrenz sind sie einfach zu unterscheiden: Bei den laufenden Männchen aus hiesiger Produktion scheint die rechte Hand auf dem Gesäß zu ruhen. „Wir liefern Notbeleuchtung, so wie der Gesetzgeber es vorschreibt“, sagt der Seniorchef des gleichnamigen Unternehmens im Rodgau, Helmut Gessler, unserer Zeitung.
Beispielsweise seien Kinos, Flughäfen und Fußballstadien mit den Leuchten ausgerüstet, fügt sein Sohn Marcus Gessler hinzu, der seit zehn Jahren zur Geschäftsführung gehört. „Wir haben gerade die neue U-Bahn-Station an der Alten Oper damit gesichert. “ Ausgänge und Notausgänge müssen mit ihnen beschildert sein. So sollten die Menschen bei einem Stromausfall gefahrlos und ohne Panik die Gebäude verlassen können, berichtet Helmut Gessler. Möglich macht das ein Mini-Akku an den Schildern. Nur ein Lux stark sei die Beleuchtung, erläutert Marcus Gessler. „Wenn sie die Offenbach-Post auf den Boden legen, können sie bei dem Licht gerade noch die Überschriften lesen.“
Gessler betont: „Wir stellen die Leuchten selbst her. Es ist ein hessisches Produkt.“ Aber auch die Konstruktion befinde sich am Gutenbergring in Rodgau. Verkauft werden die Produkte der Gessler GmbH deutschlandweit über sieben Niederlassungen.
95 Prozent der Leuchten sind Standard-Produkte. Es würden aber auch spezielle Kundenwünsche berücksichtigt, erklärt Gessler. So habe kürzlich die Messe Frankfurt Sicherheitsschilder anfertigen lassen, die zum Erscheinungsbild der Hallen passen sollten.
In den vergangenen Jahren erzielte das 1975 gegründete Unternehmen nach Angaben von Marcus Gessler zweistellige Wachstumsraten. Seine Firma beschäftigt 92 Mitarbeiter, 80 arbeiten im Rodgau. Zurzeit sucht das Unternehmen Fachkräfte. Im Schnitt würden pro Jahr zehn Mitarbeiter eingestellt, berichtet Helmut Gessler.
Weltweit muss sich die Gessler GmbH der Konkurrenz von hunderten Firmen stellen. In Deutschland engagieren sich rund 50 Betriebe in der Branche. „Wir gehören unter die Top-Drei“, sagt Marcus Gessler stolz.
Keine Furcht haben die Geschäftsführer vor chinesischen Firmen, die ihre Waren in Europa anbieten. Die Produkte würden wegen der schlechteren Qualität gemieden. „Schließlich handelt es sich um ein sicherheitsrelavantes Produkt“, sagt Marcus Gessler.
So verwundert es nicht, dass die Rodgauer in den vergangenen zwei Jahren auf den Export gesetzt haben. „Unser stärkster Wachstumsmarkt“, berichtet der 37-Jährige. In den skandinavischen Ländern und Tschechien würden die Schilder gekauft. Dort würden die Vorschriften an den deutschen Normen ausgerichtet. Und die haben es in sich. Die Normen seien sehr umfangreich und speziell, so Gessler. Dabei gehe es nicht nur um die Produkte, sondern auch um die Installation der Leuchten und die Unterbringung der Akkuanlagen in den Gebäuden, ergänzt Helmut Gessler.
Großen Wert legen die Rodgauer auch auf Schulungen. Dabei werden Planern, Elektro-Unternehmen und Betreibern die Vorschriften vermittelt. Erst im Januar fand ein Seminar mit etwa 200 Teilnehmern im Holiday Inn in Frankfurt statt.
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