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200 Helfer und Statisten bei Großübung in Jügesheim im Einsatz

„Katastrophe“ bis zuletzt geheim

Jügesheim ‐ Bis zuletzt geheim war eine Übung, die am Samstagabend rund 200 Feuerwehrleute, Sanitäter, Notärzte und Polizisten auf den Plan rief. Die meisten Helfer glaubten an einen echten Einsatz, als ihr Piepser losging. Von Bernd Georg

© Georg

Das Szenario: Der Fahrer eines Pkw gerät in den Gegenverkehr und touchiert einen mit rund 30 Personen besetzten Linienbus.

„Sommernachtstraum“ hieß das ebenso beängstigende wie beeindruckende Szenario, das Kreisbrandmeister Markus Widczisk auf der abgesperrten Rodgauringstraße arrangiert hatte: Der Fahrer eines Pkw gerät in den Gegenverkehr und touchiert einen mit rund 30 Personen besetzten Linienbus.

Mehr Fotos von der Großübung:

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Dessen Fahrer will noch ausweichen, schafft es aber nicht, worauf der Bus in die Böschung kippt. Ein weiterer Pkw, ein und ein Transporter, der Gefahrgut geladen hat, komplettieren das Geschehen. In den Autos sind vier Menschen mit lebensgefährlichen Verletzungen und etliche Leichtverletzte eingeklemmt.

Das Ziel der Übung, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen zu verstärken, wurden erreicht, lautete Widczisks erstes Resumee.

Sollen Übungseinsätze der Feuerwehr aus Sicherheitsgründen vorher als solche bekannt gegeben werden?

Das Voting ist beendet. Es wurde wie folgt abgestimmt:

(23.4)%Ja, denn Alarm bedeutet viel Stress und provoziert Unfälle.

(73.9)%Nein, die Übung muss so realistisch wie möglich sein.

(2.7)%Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht...

Schwerstarbeit kam nach zunächst einem Notruf in der Zentralen Leitstelle des Kreises Offenbach auf die Disponenten zu. Die folgenden Notrufe und am Anfang sehr ungenauen Beschreibungen des Unfalles lösten eine professionelle Hektik in der Leitstelle in Dietzenbach aus. Fünf Einsatzsachbearbeiter übernahmen Alarmierung, Koordination und Lenkung der Einsatzkräfte.

100 Feuerwehrmänner im Einsatz

Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Johanniter Unfallhilfe kümmerten sich mit den zu der Unfallstelle gerufenen Notärzten um die Verletzten, die von Statisten des Technischen Hilfswerks gespielt wurden „Unfallopfer“. Die Rodgauer Feuerwehren übernahmen die ersten Rettungs- und Bergungsmaßnahmen. Da aus dem Lkw eine unbekannte Flüssigkeit auslief, wurden die Feuerwehren Rödermark, Dietzenbach und Hainstadt mit ihrem Gefahrstoff-Experten an die Unglücksstelle beordert.

Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann übernahm die Gesamteinsatzleitung. Weitere Einsatzkräfte der Feuerwehr Neu-Isenburg besetzten den mobilen Einsatzleitwagen. Insgesamt waren rund 100 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Einsatzbereich „Mitte“, und 60 Helfer der Rettungsdienste sowie die Mitarbeiter des Abschleppdienstes Offenbach an der Übung beteiligt.

Im Ernstfall ein Albtraum

Die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und Rodgaus Bürgermeister Jürgen Hoffmann überzeugten sich von Leistungsfähigkeit der Hilfsorganisationen. Der „Sommernachtstraum“, der im Ernstfall ein Albtraum gewesen wäre, dauerte mehr als fünf Stunden.

Nach der Übung wurden die Helfer von den Maltesern aus Obertshausen verpflegt. Nach den letzten Aufräumarbeiten konnte die zwischen Hainhausen und der Kreisquerverbindung voll gesperrte Rodgauringstraße wieder frei gegeben werden.

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