Ober-Roden - „Das Wetter ist schon seit Fastnacht trocken und gut; das gefühlte Klima zwischen den Menschen tut ein Übriges, und der Atomunfall hat diesem Gefühl auch noch in die Karten gespielt.“ Von Christine Ziesecke

© Ziesecke
Riesig waren beim Fahrrad-Informationstag „FiT“ die Möglichkeiten zum Ausprobieren.
Meteorologisch und weltpolitisch begründete der Ober-Röder Fachhändler Michael Gotta das derzeitige Hoch auf dem Zweiradsektor. Deutlich zu spüren war es am guten Besuch des vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ausgerichteten Fahrrad-Informationstages „FiT“ in der Kulturhalle.
Er war eine Art Hausmesse für alles Interessante rund um das Zweirad. „Lust und Freude am Radfahren entfachen“, wünschte sich der Rodgauer ADFC-Vorsitzende Stefan Janke und wandte sich mit einer Forderung an die Politiker: Nicht nur schöne Radwege außerhalb der Orte anlegen, sondern auch das Radwegenetz innerhalb der Gemeinden auszubauen.
Zunächst unternahmen sie aber den traditionellen Messerundgang und machten auch bei den Vorträgen Station. ADFC-Fachleute referierten zu aktuellen Themen wie der Qualitätsprüfung eines Rades, Gesundheitsfragen der Fahrer bis hin zur gefragten Orientierungshilfe GPS speziell für Fahrräder.
Das Navigationssystem GPS ließ sich auch ganz praktisch in der Halle ausprobieren, doch auch Karten und Tourenplanungen standen hoch im Kurs. Sonderrabatte gab’s für Radbekleidung und Brillen, und so mancher Gast erfuhr am eigenen Kopf, dass Fahrradhelme durchaus auch gut aussehen können. Im Foyer war der ADFC wieder mit der Codierung mitgebrachter Räder beschäftigt, während vor der Halle so manches Rad ausprobiert werden konnte – wo im vergangenen Jahr noch Liegeräder zur Probefahrt einluden, waren es jetzt überwiegend die so genannten E-Bikes.
Klaus Schmitt vom Babenhäuser Zweirad-Shop Niederhofer sieht die Konjunktur für Fahrräder ebenso optimistisch wie seine Kollegen: „Es läuft sehr anständig, so kann’s weiter gehen!“ Das gestiegene Empfinden, sich selbst etwas Gutes zu tun, die derzeitigen Spritkosten und das wieder auflebende Freizeitverhalten, vor allem in Sachen Bewegung, machen das Rad derzeit zum Renner. Generell geht in seinem Geschäft der Trend stark zum E-Bike, dem elektrounterstützten Rad, doch der gute Umsatz liegt nicht nur daran. Seine 15 mitgebrachten Zweiräder waren ebenso wie alle dazugehörigen Utensilien ständig von den Gästen umlagert.
Auch Karl-Heinz Mauer von Fahrradladen Mauer in Weiskirchen bestätigte das steigende Interesse am Rad und begründete die gute Geschäftslage auch damit, dass sich die Firmen häufig spezialisiert haben: „Wir etwa haben unseren Schwerpunkt auf Stahl-Reise- und Gebrauchsräder gelegt, die langlebig sind und vom Rahmen her bis zu 15 Jahre Garantie bieten.“ Zudem liefern sie ihre hochwertigen Räder per Baukastensystem auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten.
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