Ober-Roden (chz) ‐ So klein der Jazzkeller unterhalb der Vereinshalle der TS Ober-Roden auch ist: es ist nachweislich der Raum mit den internationalsten Gästen in ganz Rödermark.

© Ziesecke
Gar nicht steif, sondern ausgesprochen fröhlich ging es bei der „musikademischen Feier“.
Anlässlich des 30. Geburtstags des Jazzclubs Rödermark Rodgau e.V. blickte Vereinsvorsitzender Albert Böttner an der kleinen akademische Feier nicht sorgenfrei, aber mit hoffnungsvollem Schmunzeln um die Lippen erst zurück und später nach vorne und freute sich mit seinen geladenen Gästen: „Wir sind stolz darauf, dass wir Ihnen in all den Jahren nationale und internationale Jazzmusiker präsentieren konnten und dies auch weiter tun werden.“
Mit diesem Satz präsentiert sich auch die neue Homepage des Vereins; und in diesem Satz steckt viel Optimismus, der die Macher des Vereins seit 30 Jahren vorantreibt. Höhen und Tiefen gab es nicht erst in den letzten Jahren, etwa mit der erstmaligen Absage des Jazzevents auf der Bulau oder mit chronisch leeren Kassen, sondern bereiteten den Machern schon früh große Sorgen.
Der Jazzclub, der Ende 1979 von einigen begeisterten Jazzmusikern der VHS Dietzenbach gegründet wurde, fand seine Bleibe rasch bei der TS und legte unter der Leitung seines damaligen Vorsitzenden Dicki Huhmann zügig mit Hand an.
Doch die hohen Gagen der weltweit anreisenden Stars waren bald nicht mehr zu bewältigen, 40 000 D-Mark Schulden führten zu Neuorganisationen unter Horst Matto. Schon 1989, als der Verein den Kulturpreis des Kreises Offenbach bekam, waren die Schulden fast abgebaut und die Mitgliederzahl auf 500 gewachsen.
Dankbarer Beifall der geladenen Gäste und die Jazzklänge des Mitglieds und Musikers der ersten Stunde des Jazzclubs Rödermark, Torsten Plagenz und seiner Freunde, brachten den Keller rasch in den üblichen Schwung.
Und wer bis dahin keinen Spaß hatte, bekam ihn spätestens bei der amerikanischen Versteigerung eines Bildes von Lou Heinrich. Das große Aquarell mit dem Motiv der Musiker auf der Bühne, das Lou Heinrich bei einem Abend von Jam Session-Musikern und Kir-Künstlern hingebungsvoll gestaltet und zur Verfügung gestellt hatte, wurde von Clubmitglied Manfred Rädlein gekonnt feilgeboten und landete nach vielen Fünf-Euro-Schritten schließlich bei sagenhaften 500 Euro und blieb doch im Haus: Jazzclub-Vorsitzender Albert Böttner als letzter Bieter wird es nun immer abwechselnd im Rathaus und im Jazzkeller der Öffentlichkeit zugänglich machen. Nächster Höhepunkt: 21. November, gratuliert Deutschlands populärste Band des traditionellen Jazz, die Barrelhouse Jazzband, dem Jazzclub im Keller.
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