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FDP fordert Einführung einer Pferdesteuer: 100 bis 200 Euro pro Ross und Jahr

Werden Reitpferde zu Goldeseln?

Rödermark (lö) - Drei Dutzend Anträge zum Haushalt 2012 hat die FDP für die am 6. Dezember beginnende Etatberatung im Parlament geschrieben. Darunter seien auch unpopuläre, die den Bürgern wehtun, kündigte Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger an.

Die FDP fordert eine Einführung der Pferdesteuer.

© Pixelio.de/Oliver Haja

Die FDP fordert eine Einführung der Pferdesteuer.

So wollen die Liberale künftig Pferde besteuern - getreu dem Motto: Wenn die Stadt schon Hundebesitzer zur Kasse bittet, können auch Reiter zahlen. Rödermark wäre die erste Kommune in Hessen, die das tut. Die FDP will Pferde in zwei Steuerklassen einteilen: Für Tiere ab 1,50 Meter Widerristhöhe würden 200 Euro pro Jahr fällig, für kleinere 100 Euro.

Das Anlegen und Unterhalten von Reitwegen kostet Geld, Pferdeäpfel seien für viele Bürger ein größeres Ärgernis als Hundedreck, begründet Kruger den Antrag. Der sei zudem sozial gerecht, denn Pferdebesitzer seien in der Regel ohnehin gut betuchte Bürger. Der Magistrat soll deshalb prüfen, wieviel Geld eine Pferdesteuer der klammen Stadtkasse bringt und ob die Rödermärker Reitställe darunter leiden müssten.

Maximal 20.000 Euro per anno

Den ersten Teil des Antrags hat Kämmerer Alexander Sturm schon erledigt: Bei geschätzten 100 bis 150 Pferden aller Größen würde Rödermark maximal 20 000 Euro per anno einnehmen. Ob das den Verwaltungsaufwand lohnt, ist zweifelhaft. Außerdem schaffen neue Bagatellsteuern mehr Verwirrung als Einnahmen.

Die FDP hat vorgeschlagen, eine Pferdesteuer zu erheben. Was halten Sie von dieser Idee?

Das Voting ist beendet. Es wurde wie folgt abgestimmt:

(2.0)%Eine gute Idee - in Zeiten klammer Kassen ist jeder Cent wichtig.

(87.3)%Ich glaube, mich tritt ein Pferd. Das lohnt sich doch nicht - der Aufwand ist höher als der Ertrag.

(10.2)%Eine Pferdesteuer ist in Ordnung - was für Hunde gilt, sollte auch für andere Tiere gelten.

(0.5)%Keine Ahnung, das ist mir egal.

Sturm befürchtet, dass Reiter ihre Pferde anderswo einquartieren, sollte Rödermark diese Steuer erheben. Die Leidtragenden wären letztendlich Landwirte, die einen oft erheblichen Teil ihrer Einnahmen als Pferdepensionen erzielen und auch große Teile ihres Heus an Pferdebesitzer verkaufen.
Karlo Geis vom Urberacher Birkenhof, in dem mehrere Dutzend Reiter ihre Pferde einstellen, lehnt den Vorstoß klar ab. Ähnliche Initiativen der Politik seien schon in der Nachbargemeinde Messel und in Oberursel gescheitert. Wenn Pferdebesitzer für Reitwege Steuern zahlen müssten, dann müssten auch Jogger oder Mountainbikefahrer zahlen. „Man kann"s auch übertreiben“, kritisiert Geis die Liberalen.

„Die FDP ist offenbar vom Pferd getreten worden“

„Die FDP ist offenbar vom Pferd getreten worden“, kommentiert auch der SPD-Fraktionsvorsitzende, Stefan Junge bissig diese aus seiner Sicht „völlig desolate Initiative“. Es wäre überdies ein Armutszeugnis für die Mandatsträger, wenn ihnen zur Lösung von Haushaltsproblemen nichts anderes als eine neue Steuer einfallen würde.

Die Einführung einer solchen Bagatellsteuer passe keinesfalls in ein heutiges und zeitgemäßes Steuersystem. Die SPD sage hierzu aber „klar und unmissverständlich Nein“. Jeder Euro, der für die Prüfung eines solchen Antrags ausgegeben wird, ist für die Genossen Verschwendung von Steuergeldern. Deshalb gehöre der FDP-Antrag nicht ins Parlament, sondern auf den Misthaufen.

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