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Im Rathaus Ober-Roden sind 40 Teddybären ausgestellt

Ein großes Herz für Teddys

028.01.12|Rödermark|Rödermark|
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Artikel: Ein großes Herz für Teddys

Ober-Roden - 40 Bären schauen mit ihren Kulleraugen die Passanten an, die am alten Eingang des Rathauses vorbeihasten. Doch was da auf kleinen Hockern am Bärentisch, um den Leiterwagen oder im alten Koffer sitzt, hat einen genaueren Blick verdient. Von Christine Ziesecke

© Ziesecke

Reihum treffen sich die Bärenmütter Irene Oepen, Margarete Abt und Christel Heiden (von links) sowie Anni Schallmayer (nicht im Bild) und arbeiten an ihren „Kindern“ weiter.

Entstanden sind die Kuschel-Teddys großteils in der Werkstatt von Christel Heiden und Irene Oepen.

Gemeinsam mit der gelernten Schneiderin Anni Schallmayer (76), die gerade ihren vierten Teddy näht, und mit Margarete Abt (63), die nach einer Pause nun wieder dabei ist, pflegen die beiden Ausstellerinnen ihr Hobby intensiv. Einmal die Woche ist Nähstunde.

Irene Oepen (57) hat schon rund 40 Bären gestaltet: „Ich segle, also hab’ ich natürlich auch maritime Seebären gestaltet.“ Mit dabei sind meist auch Maria Ritter, Elli Beck und zeitweise auch Rotraud Ulbrich. Doch ursprünglich begann die Bärenliebe vor 15 Jahren während einer kurbedingten Beschäftigungstherapie von Christel Heiden. „Und dann hat es mich nicht mehr losgelassen.“

Kaum ein Teddy wird verkauft

Bei acht Enkeln und Urenkeln ist das natürlich ein stets willkommenes Hobby – kein Wunder, dass sie kaum eines ihrer Bärenkinder verkauft. Im Hause Heiden haben viele von ihnen eine liebevolle Heimat gefunden, auch wenn sie sich hier den Platz mit anderen Sammelobjekten teilen müssen.

Wenn Christel Heiden nicht gerade töpfert, strickt oder bei den Frohsinn-Frauen singt, dann gestaltet sie Bären. 30 Stunden Arbeit sind bei den bis zu 92 Zentimeter großen Teddys schnell vergangen, zumal außer den ganz großen alles von Hand gefertigt wird. Die Kleidung wird zum Nähen gegeben, bestrickt werden die Bärenkinder von den Damen selbst.

© Ziesecke„Owweroure helau“ scheint der edle Fastnachts-Bär den Narren sagen zu wollen – seine Zeit ist jetzt gekommen.

Die Rohlinge werden auch mal wieder aufgetrennt und neu genäht; „Da oben ist noch so ein Geknuddel!“ In solchen Fällen weiß Christel Heiden immer Rat, OP-Besteck fürs Augeneinziehen sowie hochwertige Bastelwatte und teilweise auch Stahlgranulat zur besseren Stand- und Sitzfestigkeit liegen bereit. Schnitte und Stoffe werden bei einer Wiesbadener Künstlerin gekauft. Für die Stoffe werden auch mal deutsche oder Schweizer (neue) Militärdecken bestellt, grau-rot und wunderbar rustikal. Wie wichtig jeder Stich, jede kleinste Wölbung beim Bärengesicht ist, zeigen die Gesichtsausdrücke: Einen Millimeter fester gezurrt oder ein Stich am Mund etwas schräger gesetzt, und schon zwinkert der Bär oder schaut schräg aus der Wäsche. „Manchmal haben wir aber am Schluss auch keine Lust mehr, alles noch einmal aufzumachen, und lassen ihnen ihren neuen Charakter einfach.“

Ausstellung läuft bis 21. Februar

© ZieseckeAnnalena und Bastian, das „alte Ehepaar“, sind mit die größten aus der von Christel Heiden handgearbeiteten Bärenschar. Da fehlt nicht viel von einem Meter.

Davon leben dann auch die schönsten Stücke wie etwa der 33 Zentimeter große vorwitzige Willi mit der roten Nase, der schlaksige Paul in feinster Seide, Christel in der edlen beigen Robe oder Bastian und Annalena, „das alte Ehepaar“. Wie viele Bären sie schon angefertigt hat, kann Christel Heiden nicht sage: „Hunderte sind’s auf alle Fälle, ich muss halt so jede Woche einen neuen schaffen.“ Zu bezahlen sind die genähten Kunstwerke ohnehin nicht. Das Material kostet rund 50 Euro aufwärts, und wenn die Arbeitsstunden dazu gerechnet würden, kämen Beträge von 250 Euro und mehr heraus. Aber solche Summen verlangt keine der Frauen. Sie verschenken fast alle ihre Kunstwerke.

„Zweimal jährlich fahren wir auf die Bärenmesse nach Wiesbaden – das ist so schön, da laufen die meisten Leute nur noch mit einem breiten Lächeln im Gesicht herum“, freut sich Irene Oepen schon auf die Messe im März. Dorthin begleiten sie manchmal sogar ihre Ehemänner, die mit der Bärenliebe ihrer Frauen durchaus gut leben können. „Solange ich keinen der Bären mit ins Bett bringe“, schmunzelt Irene Oepen.

Kontakt: Christel Heiden, 06074/922135. Die Ausstellung ist bis zum 21. Februar zu sehen.

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