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Viktoria Urberach: Verein soll Parkplatz aufforsten

Öko-Altlast macht erfinderisch

Urberach (lö) - Eine Naturschutz-Altlast - von früheren Vorständen immer wieder ausgesessen - bringt die neue Viktoria-Spitze in die Bredouille.

© Löw

Wenn nur alles Grün auf dem Viktoria-Gelände so pflegeleicht wäre wie der Rasen des Sportplatzes: Hans-Peter Frank sorgt sich um die Stabilität der großen Eichen im Hintergrund. Der Schriftwechsel mit der Unteren Naturschutzbehörde füllt mittlerweile einen ganzen Ordner.

Der Verein soll seinen Parkplatz mit 40 Bäumen und 400 Quadratmetern Hecke aufforsten, der Kreis drängt auf die Umsetzung der 2005 und 2008 angeordneten Ausgleichsmaßnahmen. „Das kostet uns über 15.000 Euro“, klagt Hans-Peter Frank vom Ältestenrat.

Die Vorgaben aus dem Kreishaus sind eindeutig: Die Bäume müssen einen Stammumfang von 12 bis 15 Zentimetern haben und in die Landschaft passen. Standorttypisch nennt das die Naturschutzbürokratie.

Mit der hat der Viktoria-Vorstand öfter zu tun als ihm lieb ist, denn sein Sportplatz liegt am Waldrand. Vier große Birken zwischen Kassenhäuschen und Clubheim durfte die Viktoria fällen lassen. Natürlich ebenfalls unter der Bedingung, dass der Verein neue Bäume pflanzt.

Kummer bereiten Hans-Peter Frank auch vier riesige Eichen neben der Tennishütte. Er fürchtet, dass der nächste Sturm dicke Äste aus der Krone reißt oder gar die Bäume umwirft: „Auch als Pächter des Grundstücks sind wir für Schäden haftbar.“ Eine Eiche durfte auch gefällt werden, die anderen mussten stehen bleiben.

Besonders paradox für den Naturschutz-Laien Frank: Droht von einem der Bäume jenseits der Grundstücksgrenzen Gefahr, darf die Viktoria den Mann mit der Motorsäge kommen lassen. Die stehen nämlich einfach nur im Wald und nicht auf einem Gelände mit besonderer Nutzung am Waldrand.

Suche nach Sponsoren

15.000 Euro Ausgaben sind ein Schlag ins Kontor. Aber Hans-Peter Frank will"s nicht beim Klagen belassen. Der Ältestenrat sucht Sponsoren für die Parkplatzbepflanzung. Außerdem bildet der Ältestenrat die Basis für einen neuen Vergnügungsausschuss. Mit dem will sich die Viktoria auch über die erste Fußballmannschaft, die in der Hessenliga derzeit auf Platz vier steht, hinaus ins Gespräch bringen. Großveranstaltungen wie die legendären Blau-Weiß-Bälle mit Hugo Strasser und seiner Band wird"s wohl nicht mehr geben. Aber der „Scheunenrummel“ an Weiberfastnacht (16. Februar) und ein Warm-up-Frühschoppen vor dem Urberacher Rosenmontagszug sind schon fest geplant, Mai- und Oktoberfest sowie der Kerbstand sollen weitere Einnahmen bringen.

„Wir haben im Verein sehr viele Strömungen und nur wenig Gemeinsamkeiten“, bedauert Frank und weiß, dass er und altgediente Viktorianer wie Uwe Dutiné, Thorsten Frank, Harald Mickler, Georg Lang und Markus Spanheimer vor einer schweren Aufgabe stehen: Etliche Vorstandsposten sind nach dem Rücktritt von Viktoria-Präsident Werner Braun 2010 - er bekam eine anonyme Morddrohung - verwaist, zwei Umlagen von jeweils 50 Euro kosteten Mitglieder. Doch Hans-Peter Frank blickt mit vorsichtigem Optimismus nach vorn: „Nach und nach kehrt wieder Ruhe beim FC Viktoria ein.“

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