Schaafheim - Seit mehr als 120 Jahren bekleidete niemand länger das Amt des evangelischen Pfarrers in Schaafheim als Stefan Hucke. Nach gut 23 Jahren hieß es jetzt nach fast einem Viertel Jahrhundert: Abschied nehmen. Von Katrin Görg

© Görg
Stefan Hucke nahm Abschied von Schaafheim.
Denn diese Woche tritt der 52-Jährige seine neue Stelle in der Petrusgemeinde im Darmstädter Stadtteil Bessungen an.
Mit einem feierlichen Gottesdienst, an dem der Kirchenchor, der Instrumentalkreis und der Posaunenchor der evangelischen Kirche Schaafheim sowie der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr mitwirkten, bereiteten ihm seine „Schäfchen“, die so zahlreich erschienen wie sonst nur zur Messe am Heiligen Abend, einen würdigen Abschied. Grußworte richteten neben Dekan Joachim Meyer auch Vertreter der umliegenden christlichen Gemeinden zu denen Hucke stets ein gutes Verhältnis pflegte. „Abschied nehmen bedeutet nicht immer nur trauern, sondern kann auch eine Chance sein für einen neuen Anfang“, sagte Pfarrer Stefan Thomanek, der in die Fußstapfen von Stefan Hucke tritt.
Zur Seite steht ihm Pfarrerin Annette Röhricht, die bereits Anfang des Jahres nach dem Weggang des Ehepaares Mangold als Vakanzvertretung in der Schaafheimer Gemeinde tätig war.
Die Entscheidung, einen Neuanfang zu wagen, kam dem studierten Theologen und Sozialarbeiter vor etwa drei Jahren während eines längeren Studienaufenthalts in den Sinn. „Jetzt oder nie“ lautete seine Devise. Und mit der Unterstützung seiner Familie wurde der anfängliche Gedanke schließlich in die Tat umgesetzt.
Ehefrau Christiane (52) folgte ihrem Man bereits 1989 nach Schaafheim, heute stärkt sie ihm erneut den Rücken.
Die erwachsenen Kinder des Paares, Johannes (21) und Julia (19) werden zwar jeweils ein eigenes Zimmer in der neuen Wohnung der Eltern haben, sind aber mithin flügge geworden und verfolgen in erster Linie eigene Ziele. Während Johannes Schaafheim und somit seinen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr erhalten bleibt, hat sich Julia für ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer anderen Stadt entschieden.
Den Schaafheimern gibt Stefan Hucke mit auf den Weg: „Ich wünsche Euch weiterhin eine gesegnete Gemeindearbeit. Wir werden im Gebet füreinander verbunden bleiben.“
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