Schaafheim - Wo es sonst knattert, qualmt, nach Sprit und Gummi stinkt, herrschte am Samstag in frischer Landluft fast erholsame Stille, wäre da nicht das Keuchen der Rennfahrer gewesen, die in fünf Rennen demonstrierten, was in ihren Waden und ihren Elektro-Rädern steckt. Von Thomas Meier

© Th. Meier
Auf Wadenkraft, E-Motorleistung und die richtige Kurventechnik kommt es beim Pedelec-Rennen an.
Auf der Outdoorkartbahn in Schaafheim dominierten eine Tag lang nicht PS-strotzende Kleinstrennautos, es lieferten sich vielmehr nationale und internationale Piloten sogenannter Pedelecs und E-Bikes ihre Rennen. Und die mit elektrischem Zusatzantrieb versehenen Velozipeds lockten zahlreiche Besucher an die rund einen Kilometer lange Piste, auf der die Darmstädter Fahrradmanufaktur Riese und Müller den 2. Internationalen Super-Hybrid-Cup ausrichtete.
Insgesamt 70 Fahrer aus der Bundesrepublik und dem benachbarten Ausland waren in fünf Rennen am Start, traten in den Kategorien Prototyp und Serienrad gegeneinander an. Es waren alle Marken und Typen sowie verschiedenste Konstruktionen wie Tandems, Trikes, Lasten-, Liege- wie auch Aufrechträder und andere Eigenbauten auf dem ADAC-Odenwaldring vertreten. Neben den noch exotisch anmutenden Rennen bot ein gutes Dutzend Unternehmen auf einer Begleitmesse alles mögliche rund ums Elektro-Radel. Und die Besucher durften, wenn gerade keine Rennen auf der Kartbahn ausgetragen wurden, die flotten Flitzer auf dem Asphalt ausprobieren.
Noch mehr Power über schmale Pneus bringen die E-Bikes mit Stromaggregat auf die Piste, die bis 45 km/h Unterstützung erfahren, aber dafür mit kleinem Nummernschild versehen sein müssen, so sie im normalen Straßenverkehr auftauchen. Hier brachten es die Piloten selbst auf der kurvigen Bahn in Schaafheim locker auf über 60 Sachen dank Pedalunterstützung.
Und was so alles in den Prototypen der Bastler steckt, die ihre Gefährte mit elektrischem Hilfsantrieb auf über 80 Sachen pushen, konnte auf der engen Bahn gar nicht demonstriert werden.
Ein Ingenieur aus Stuttgart war mit seinem Hightech-Radel angereist, das die Tachonadel auf dem Prüfstand (mit Muskelkraftunterstützung) bis 160 km/h brachte. Allerdings gerät es schnell zur Mühsal, das 40 Kilogramm schwere Gefährt per Beinkraft zu bewegen, ist der Saft mal aus dem Akku raus.
Klar, dass die Gladiatoren der Pedale nur bestgerüstet in ihre Sattel stiegen. Protektoren an allen Gelenken auf der Brust und am Rücken, Helme auf dem Kopf, wobei etliche Fahrer die Integralbedeckung der Steroporhülle vorzogen.
Was vergangenes Jahr als Werbegag der Firma Riese und Müller mit 30 Startern und einigen eher wenigen Zuschauern auf Schaafheims Kartbahn begann, wuchs sich schon bei der ersten Wiederholung zum Pedelec-Event aus. Neben den eingeschworenen Fans und Fahrern konnte Rennmoderator Peter Horsch, Projektdesigner bei Riese und Müller, hunderte Besucher am Streckenrand begrüßen. Und die Messestände von so renommierten Zulieferern wie BionX-Motoren, Reifenhersteller Schwalbe, HP-Velotechnik, Torque-Bikes oder den Beleuchtungs-Experten von Busch und Müller waren dicht umlagert. Martin Hess, Qualitätsmanager bei Riese und Müller, ist sich sicher: „Das wird nächstes Jahr noch größer.“
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