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Rosenmontagsbilanz: 100 Einsätze für Rettungskräfte

Flüssiges in Plastikflaschen

Seligenstadt (sig) - Insgesamt zufrieden zeigten sich Heimatbund, Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt mit dem Verlauf des Rosenmontagszuges.

© Hampe

Lebende Bembel

Zwar hatten die Rettungsdienste alle Hände voll zu tun und mussten sich um etwa 100 meist alkoholisierte Menschen kümmern, doch angesichts von mehr als 50.000 Besuchern, die bei besten Wetterbedingungen die Straßenränder der Einhardstadt säumten, sei dies eine vergleichsweise geringe Zahl, resümierte Erste Stadträtin Claudia Bicherl. Sie nahm am Dienstagvormittag an einer Schlussbesprechung mit den Heimatbund, Polizei und Feuerwehr teil.

DLRG, DRK, Wehr und THW waren mit insgesamt rund 150 Helfern bereits ab Montagvormittag im Einsatz. Wie bereits in den vergangenen Jahren war im Rathausinnenhof eine zentrale Notfallambulanz eingerichtet, die mit einem Notarzt besetzt war. Ein zweiter Notarzt agierte vom Feuerwehrhaus mobil im gesamten Veranstaltungsgelände. Weil sich die Zahl der Einsätze zuweilen häuften, musste ein dritter Mediziner mit dem Rettungshubschrauber eingeflogen werden.

Auch wenn die freiwilligen Helfer in der Zentralambulanz oder entlang der Strecke viel zu tun hatten, hielt sich die Anzahl schwerer Verletzungen in Grenzen. Schwerpunkte der Rettungseinsätze an den zumeist jugendlichen Patienten waren Alkoholvergiftungen, Schnittverletzungen, Kreislaufprobleme, Platzwunden und Unterkühlung.

Veranstalter forderten Unterstützung an

Polizeistation, Heimatbund und Ordnungsamt waren während des Umzuges mit insgesamt 120 Polizeibeamten und Sicherheitskräften unterwegs und sorgten entlang der Zugstrecke für Ordnung. Einsatzschwerpunkte waren in diesem Jahr der Marktplatzbereich, der Bereich um das Altstadtparkdeck, Riesensaal und das Mainufer unterhalb der Altstadt.

Vor dem Riesensaal waren nach dem Umzug etwa 20 Polizisten im Einsatz, die die in das Bürgerhaus drängenen Menschenmassen kontrollieren mussten. Der Veranstalter habe um zusätzliche Hilfe gebeten, als er mit seinem eigenen Sicherheitsheitspersonal nicht mehr klar gekommen sei, berichtet Bicherl.

Auch bezüglich des erstmals geltenden Glasverbotes zog die Erste Stadträtin ein positives Fazit. Bereits an den Einlassstellen waren Kontrolleure damit beschäftigt, das „Einschleusen“ von unter anderem Glasflaschen zu verhindern. „Auf Grund der Größe des Veranstaltungsgebietes war dies ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen“, sagt Bicherl. Trotzdem habe es sich gelohnt, denn insbesondere am Marktplatz lagen wesentlich weniger Scherben auf der Straße als in den vergangenen Jahren.

Viele Besucher nutzen Plastikflaschen

„Viele Besucher haben schon von selbst auf das Verbot reagiert und ihren flüssigen Proviant in Plastikflaschen umgefüllt“, haben die Organisatoren festgestellt. Innerhalb des Veranstaltungsgebiets hatten die Ordnungskräfte damit eine rechtliche Handhabe, gegen die Störer vorzugehen und ihnen die Flaschen abzunehmen. Davon sei auch Gebrauch gemacht worden, betont die Erste Stadträtin.

„Im kommenden Jahr wird die Stadt ihre Bemühungen durch geeignete Maßnahmen im Vorfeld intensivieren und auch den Einzelhandel sensibilisieren, die Angebotspalette während der heißen Phase entsprechend auszurichten“, kündigt sie an. Das Verbot dürfte sich bereits herumgesprochen haben, so dass die Besucher nicht mehr durch die Restriktionen überrascht werden.

Erstmals war in diesem Jahr das Suchthilfezentrum Wildhof vor Ort tätig. Die eigentliche Arbeit der Mitarbeiter beginnt jedoch erst, denn sie werden sich mit den Jugendlichen, die durch übermäßigen Alkoholgenuss aufgefallen sind, sowie mit deren Erziehungsberechtigten in Verbindung setzen und ihre Hilfe anbieten.

Ein Bericht über die Arbeit der Rettungskräfte am Rosenmontagszug ist am Sonntag, 26. Februar, ab 19 Uhr auf Rhein-Main-TV zu sehen.

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