Wenn Promis in Offenbach nächtigen

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Repräsentativ: Das Achat Plaza Hotel besticht durch seine Mischung aus Tradition und Moderne.

Offenbach - Er ist eins der imposantesten Bauwerke in Offenbach – der alte Schlachthof. Auf dem Gelände zwischen Buchhügelallee und Spessartring müssen seit 1991 keine Tiere mehr um ihr Leben bangen. Von Veronika Schade 

Stattdessen ist es zu einem modernen Quartier geworden, das neben Wohnungen und kreativen Firmen ein Vier-Sterne-Hotel beherbergt: Das Achat Plaza am Ernst-Griesheimer-Platz 7. Klinker- und Sandsteine, Rundbögen und steinerne Widderköpfe: Der Offenbacher Ableger der Hotelkette Achat Plaza im ehemaligen Schlachthof ist ein architektonisches Schmuckstück. Es atmet Industriegeschichte, ist beispielhaft für Neunutzung alter Bauten und gelungenen Strukturwandel.

1903 begann der Schlachthofbetrieb in dem Gründerzeitkomplex. Der Schlachthof galt als einer der modernsten des Deutschen Reiches. 14 Gebäude gehörten zu der Anlage, darunter ein eigenes Dampfkesselhaus für die Energieversorgung. Die Eisfabrik konnte täglich 17 Tonnen Blockeis herstellen. Ein eigener Wasserturm sicherte die Wasserversorgung. Ende 1990 wurde der Betrieb eingestellt. Zu teuer wäre eine Modernisierung nach neuen EU-Hygienevorschriften geworden. Im November 1993 verkaufte die Stadt das Areal an den Frankfurter Bauträger Ernst Otto Walker, um im Einklang mit der historischen Bausubstanz ein modernes Quartier zu errichten. Das Hotel ist ein wesentlicher Bestandteil. Eröffnet wurde es im Jahr 2000.

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„Für uns ist die Architektur und Geschichte des Hauses ein Alleinstellungsmerkmal, wir können uns damit gut von anderen abheben“, freut sich Carsten Ragnit, der das Hotel seit 2005 leitet. Historische Bilder des Schlachthofs zieren die Wände im Frühstücksraum. So ist die Geschichte überall präsent – und Thema bei den Gästen, wie der Direktor berichtet. „Vor allem für die amerikanischen Gäste ist es spannend.“ Der US-amerikanische Tourismusmarkt habe einen Fokus auf besondere Objekte. So komme es durchaus vor, dass Touristen sich gezielt in Offenbach einquartierten, wenn sie das Rhein-Main-Gebiet oder auch weiter entfernte Ziele wie Heidelberg erkunden wollen. Auch Urlauber aus Deutschland und anderen europäischen Ländern seien indes Gäste. „Der Asiamarkt ist ebenfalls stark“, berichtet der gebürtige Sauerländer. Bei Reisegruppen sei das Hotel beliebtes Ziel für einen Zwischenaufenthalt. Den Hauptteil des Kundenkreises, ungefähr 70 Prozent, bilden Geschäftsreisende. „Sie kommen zu Tagungen, Konferenzen oder Messen“, weiß Ragnit. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liege daher nur bei ein bis zwei Nächten.

So mancher Prominente habe schon in einem der 153 Zimmer oder einer der beiden Suiten übernachtet. Unter anderem Helge Schneider und die Fernsehköche Frank Rosin sowie Horst Lichter. Auch das Orchester der Pet Shop Boys machte es sich während einer Konzerttour schon in den weichen Offenbacher Betten gemütlich. Außerdem eine Rockband, deren Namen der 44-Jährige allerdings nicht verraten möchte. „Die haben dem Klischee entsprechend das Zimmer verwüstet“, schmunzelt er.

Die große Halle des Achat Plaza ist Austragungsort für verschiedene Veranstaltungen. Unter anderem gab es schon ein Casting für die TV-Show „Deutschland sucht den Superstar“ und während der Internationalen Automobilausstellung gab es dort schöne Karossen zu bestaunen. Für Familienfeiern wie Geburtstage und Hochzeiten werden die Räume ebenfalls genutzt, gern auch von Offenbachern. Vielen sei aber immer noch nicht bewusst, dass es im alten Schlachthof mittlerweile ein Hotel gibt, bedauert Ragnit. Und lädt ein: „Unser Restaurant steht nicht nur Hotelgästen offen.“

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