Großer Andrang am Info-Bus auf dem Aliceplatz

Aktion „Herzenssache Schlaganfall“: Wissen um die Risikofaktoren

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Über die Symptome bei Schlaganfall und eine vorbeugende Lebenweise informierten Mediziner im Info-Bus auf dem Aliceplatz. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Aktion hat sich eine Menschenschlange gebildet, die selbst während gelegentlicher Regenschauer kaum abreißt.

Offenbach - Mit einem Informationsstand auf dem Aliceplatz hat das Sana-Klinikum am Samstag interessierte Bürger über Warnsymptome und das Verhalten bei Hirnschlag aufgeklärt. Unterstützt wurde das Team aus Fachleuten vom Doppeldeckerbus der Aktion „Herzenssache Schlaganfall“. Von Harald H. Richter 

„Der ermittelte Wert liegt im normalen Bereich.“ Die Einschätzung von Dr. Thomas Skoberne ist für Maria Maier eine Beruhigung. Eben hat der Facharzt für Neurologie am Sana-Klinikum bei der 78-Jährigen aus Oberrad per Ultraschall die Intima-Media-Dicke der Halsschlagader bestimmt und keine Auffälligkeiten erkennen können. Das hochauflösende Sonografie-Verfahren ist einfach, schmerzfrei und unkompliziert, und es dient dazu, arteriosklerotische Gefäßveränderungen rechtzeitig zu erfassen. „Unser Schnelltest kann eine komplette Untersuchung der Halsschlagader, die weitaus aufwendiger ist, natürlich nicht ersetzen“, sagt der Klinikoberarzt. „Aber er liefert einen Ansatzpunkt, um sich erforderlichenfalls die Sache genauer anzuschauen.“

Das ist bei Maria Maier nicht nötig. Sie macht Platz für den Offenbacher Otto Kunkel, der als nächstes an der Reihe ist. Auch der 71-Jährige gehört zu den zahlreichen Interessierten, die am Samstag auf den Aliceplatz gekommen sind, wo weithin sichtbar ein knallroter Doppeldeckerbus geparkt ist, der für die „Herzenssache Schlaganfall“ wirbt. Die vom Pharma-Riesen Boehringer Ingelheim initiierte und in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sowie der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft umgesetzte Aufklärungskampagne verfolgt den Zweck, den Informationsstand der Bevölkerung über Ursachen, Risikofaktoren und Vorsorgeoptionen zu verbessern und auf diese Weise mitzuhelfen, die Anzahl Hirnschläge zu reduzieren. Partner in Offenbach ist das Sana-Klinikum.

Jährlich erleiden hierzulande über 200.000 Menschen einen Hirnschlag. Ein Umstand, der durch das Wissen um Risikofaktoren und Prävention verhindert werden könnte. „Wir möchten die Menschen deshalb für das Thema sensibilisieren“, sagt Angela Deub, die mit ihrer Kollegin Sigrun Schmidt versucht, den Andrang am Bus zu beherrschen.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Aktion hat sich eine Menschenschlange gebildet, die selbst während gelegentlicher Regenschauer kaum abreißt und gut beschirmte Neuankömmlinge nicht daran hindert sich anzustellen. Das Publikum nutzt die Wartezeit zum Ausfüllen eines Fragebogens über Schlaganfallgefahren beziehungsweise vertieft sich in bereitliegendes Info-Material. „Nur wer sein Risiko kennt, kann auch gezielt vorbeugen“, unterstreicht Stark die Bedeutung des vielfältigen Aktionsangebots.

Beinahe unablässig ist der Chefarzt der Klinik für Neurologie auf dem Oberdeck des Doppelstockbusses dabei, Probanden den Blutdruck zu messen und in kurzen Befragungen auszuloten, ob bereits Vorbeugendes gegen die Hirnschlaggefährdung getan wird. „Wenn überflüssige Pfunde purzeln, lassen sich Negativfaktoren wie Bluthochdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen minimieren“, lautet eine der Empfehlungen, „Nichtrauchen wirkt sich günstig auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus“ eine andere. Dass körperliche Aktivität das Wohlbefinden und damit die Gesundheit fördert, seien hinlänglich bekannt, so Stark. „Trotzdem schadet es nicht, immer wieder darauf hinzuweisen.“ Freilich ziehe Wissen allein nicht automatisch eine Kurskorrektur der eigenen Lebensgewohnheiten nach sich. Das gelte leider auch für die Ernährung. Ungünstige Blutfette trügen zu einem erhöhten Schlaganfallrisiko bei.

Die seltensten Krankheiten der Welt

Deutschlandweit ist der Schlaganfall die dritthöchste Todesursache. Er entsteht, sobald eine ausreichende Blutversorgung des Gehirns ausbleibt. Wird auf die Symptome nicht reagiert, kann das zu irreparablen Schäden führen. Erkennbare Symptome eines Schlaganfalls sind Sprach- und Sprechstörungen, Beeinträchtigungen des Sehens, Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen sowie Hörstörungen. „Sie sollten ernst genommen werden, denn jede Minute ist wertvoll“, so der Chefarzt der Neurologie. Wichtig sei es daher, in einer erkennbaren Situation unverzüglich zu handeln, und lieber einmal zu viel als zu wenig den Notruf 112 zu wählen.

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