Heimspiel für Haftbefehl, Celo & Abdi und Co.

All-Area-Festival bringt Rap-Szene zusammen  

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Die CDs im Hintergrund waren in den letzten Jahren fast alle Kassenschlager. Einer der Väter des Erfolgs, Michael „Syn“ Lukaschyk, organisiert das All-Area-Festival.

Offenbach - Das Rhein-Main-Gebiet, speziell Frankfurt und Offenbach, gehört wie Anfang der 2000er Jahre längst wieder zu den wichtigsten Hiphop-Orten Deutschlands. Inzwischen sind Künstler wie Haftbefehl oder Celo & Abdi sogar Dauerabonnenten für hohe Chartplatzierungen. Von Christian Wachter

Was größere Veranstaltungen angeht, sah es dagegen lange mau aus. Die relevanten Hiphop-Festivals im deutschsprachigen Raum finden etwa in Gräfenhainichen in Sachsen („Splash!“) oder in Frauenfeld in der Schweiz („Frauenfeld Openair“) statt. Mit dem All-Area-Festival gibt es eine solche Open-Air-Veranstaltung dieses Jahr nun erstmals auch in Offenbach. Genauer: Auf dem ehemaligen Fredenhagen-Gelände an der Sprendlinger Landstraße. Ganz die Größenordnung der etablierten Festivals wird es sicher nicht haben. Zumindest rechnet Veranstalter Michael Lukaschyk - in der Szene nur Syn genannt - aber mit hunderten Besuchern. Und denen kann er Ansprechendes bieten. Neben den lokalen Größen wie Haftbefehl und einem noch unbekannten Special Guest, Celo & Abdi oder Vega & Bosca wird es beispielsweise auch einen Auftritt der 187 Straßenbande geben. Gefeierte Stars der Szene, die jüngst auch bei der Echo-Verleihung für Aufsehen sorgten. Und worauf es ankommt, wenn man in der Szene punkten will, darüber weiß Syn Bescheid. Er ist Manager von Künstlern wie Celo & Abdi, Olexesh und Hanybal sowie Geschäftsführer des Musik-Labels 385i und der Managementagentur Unikat MGMT.

Ein Hiphop-Festival in der Region zu veranstalten, sei schon lange sein Traum gewesen. „Es ist allerdings schwer, geeignete Flächen zu finden“, so Syn. Da traf es sich gut, dass er den selben Friseur hat, wie einer der Köpfe hinter der Event-Location Kommune 2010 auf dem ehemaligen Fredenhagen-Gelände. Man lernte sich kennen. „Das Interesse war groß, dass neben den Veranstaltungen mit elektronischer Musik auch mal etwas für Hiphop-Fans stattfindet. Da wurden wir uns schnell einig“, erzählt Syn.

Einig wurden sie sich schon zu Beginn des letzten Jahres. Syn wollte sich aber länger Zeit lassen. Damit es richtig gut wird, meint er, reichten ein paar Monate Vorbereitung nicht. „Wir wollen ein top organisiertes Festival abliefern, deshalb habe ich mich auf Sponsoren- und Partnersuche gemacht“ Bei der Auswahl der Künstler hat der Manager ganz genau hingeschaut: „Es war wichtig, viele aus dem Bereich Straßenrap nach Offenbach zu holen, bei denen es auch menschlich passt. Und das kann ich von allen Künstlern die auftreten sagen.“

Dass das raue Image der Rapper auf der Bühne auf das Publikum abfärben könnte, befürchtet er nicht. Mit dem kommerziellen Erfolg der Künstler habe sich nämlich auch die Hörerschaft deutlich erweitert. „Heute hören Menschen vom Studenten bis zum Angestellten Straßenrap, das wird eine ganz friedliche Veranstaltung - einfach ein cooler Samstag, an dem hoffentlich das Wetter mitspielt“

Musikfans werden wohl auch überregional etwas vom Festival mitbekommen. So ist geplant, dass die großen Hiphop-Portale berichten werden. Das garantiert Aufmerksamkeit. Hiphop.de, einer der Marktführer, bringt es beispielsweise auf 172 Millionen Video-Aufrufe auf Youtube.

Das große Geld will Syn mit dem Festival nicht machen, weshalb es die ausverkauften Early-Bird-Tickets auch für 29 Euro gab. „Unser Hauptgewerbe haben wir ja eh. Mit dem All-Area-Festival wollen wir etwas mit Nachhaltigkeit schaffen, für die Stadt und die Jugendlichen.“

Tickets für das All-Area- Open-Air-Festival am Samstag, 27. August, gibt es ab 39,90 Euro auf www.allareafestival.de. Dort finden sich auch alle weiteren Infos zum Line-Up und zum Rahmenprogramm.

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