Rapper stellt sich und kann in Offenbach auftreten

Haftbefehl-Kumpel Xatar per Haftbefehl gesucht

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Xatar tritt beim heutigen All-Area-Festival trotz und mit Haftbefehl auf. Die beiden dürfen als letztes rappen.

Offenbach - Zur Attitüde vieler, auch deutscher Rapper, gehört es, sich selbst in die Nähe der Kriminalität zu rücken. Sprechgesangs-Künstler sehen sich gern als „Gangsta-Rapper“, geben sich brutal: Reim dich oder ich mach dich Krankenhaus.

Der in Offenbach geborene Aykut Anhan ist unter seinem Pseudonym Haftbefehl berühmt und berüchtigt geworden – zugelegt hat er es sich, weil er mal wegen Körperverletzung gesucht worden sein soll. Kumpel Xatar, mit dem Haftbefehl sein jüngstes Album aufgenommen hat, hat nun Glück und ausreichend Geld, dass er heute auf dem Gelände der Kommune 2010 auf dem ehemaligen Fredenhagen-Gelände (Sprendlinger Landstraße) auftreten kann. Dort startet mittags das All-Area-Festival, am Abend soll der Auftritt von Xatar und Haftbefehl folgen. Gegen den gebürtigen Bonner Xatar, der bereits wegen Goldraubs saß, besteht ein tatsächlicher Haftbefehl: Es geht um versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Wie die Staatsanwaltschaft berichtete, stellte sich Xatar der Polizei in Köln. Es geht um eine Auseinandersetzung im Rapper-Milieu. Mitte August wurde ein 34-Jähriger vor einer Bar, die Xatar gehören soll, schwer verletzt. Auch Patronenhülsen sollen gefunden worden sein. Es gibt drei Verdächtige für die konkrete Attacke, Xatar wird als möglicher Mittäter angesehen.

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In Untersuchungshaft musste er nicht. Meldeauflagen und eine hinterlegte Kaution erlauben ihm die Konzertreise nach Offenbach – jene Stadt, die sein Mit-Babbler Haftbefehl so gern in Texten und Interviews schmäht, um sich als Opfer schlimmer Umstände zu stilisieren. Wie Veranstalter Michael Lukaschyk bestätigte, wird Xatar am Abend beim Festival auftreten können. Dann zwar mit Haftbefehl, aber ganz ohne Handschellen. (tk/wac)

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