Springbrunnen ist wieder in Betrieb

Augenschmeichler am Schloss

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Endlich plätschert der Springbrunnen im Innenhof des Rumpenheimer Schlosses wieder. Dass die Stadt ihn nach sieben Jahren erstmals wieder in Betrieb genommen hat, freut Zwei- und Vierbeiner, die zur Eröffnung gekommen waren – und ab jetzt Besucher der Anlage am Mainufer.

Rumpenheim - Sieben Jahre lang lag der Brunnen am Schloss trocken, nun plätschert es endlich wieder. Feierlich wurde er wieder in Betrieb genommen. Dafür eingesetzt hatten sich vor allem die Eigentümergemeinschaft und die Bürgeriniative. Von Annalena Barnickel 

Sanft plätschert das Wasser über den Stapel aufgehäufter Steine in der Mitte des Brunnens und bildet eine kleine Fontäne, die munter vor sich hin sprudelt. Dabei erzeugt sie ein angenehmes Rauschen in den Ohren der Anwesenden. Der Anlass für die Runde, die sich im Innenhof des Rumpenheimer Schlosses versammelt hat: Nach sieben Jahren vollkommenen Stillstands sprudelt das Wasser wieder im kreisförmige Brunnen des Wahrzeichens. Der passt nicht nur perfekt zum nahenden Sommer, sondern fügt sich als augenschmeichelndes Accessoire in die Schlossarchitektur ein.

„Erst nach der allgemeinen Hofsanierung vor zwei Jahren erschien es realistisch, auch die erneute Restaurierung des Brunnens anzugehen“, sagt Robert Elbe. Er ist im Beirat der verantwortlichen Eigentümergemeinschaft des Westflügels des Schlosses und ist stolz auf die Mühen. Es sei ein langer Weg bis zur jetzigen Einweihung gewesen, auf dem auch technische Tücken lauerten. „Erst jetzt hatten wir überhaupt wieder Strom für den Brunnen“, sagt Elbe. Als einer von 30 Parteien, die im Rumpenheimer Schloss wohnen, war der Brunnen für ihn ein Grund, seine Immobilie damals im Denkmal zu erwerben. „Der Brunnen gehört einfach dazu!“

Auch sentimental wird es am Tag dieser „Wieder-Einweihung“: Heinz Meier-Ebert, ehemaliger Vorsitzender der Bürgerinitiative Rumpenheim, die den Betrieb des Brunnens förderte, hat aus dem Archiv historische Bilder herausgesucht. Die älteste, noch erhaltene Aufnahme zeigt diesen im Schlosshof im Jahr 1863, umgeben von einigen Bäumen. Die wahrscheinliche Erbauung liegt jedoch weiter zurück. Das Anwesen des Schlosses, ab Anfang des 20. Jahrhunderts von der gräflichen Familie verlassen, verfällt und verwildert nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs vollständig. Erst in den 80er Jahren verstärkt die Bürgerinitiative wieder das Interesse an dem Denkmal.

1990 kommt es damals zur Brunneneinweihung, nach Jahren der Vernachlässigung fließt dann 2009 zum letzten Mal Wasser durch den Brunnen, seither herrschte Stillstand. „Wir wollen mit der Einweihung des Brunnens das Interesse am Schloss wecken“, sagt Ebert, bevor er seine Aktenordner mit historischen Material symbolträchtig zuklappt. Bürgermeister Peter Schneider darf zur Tat schreiten und das nasse Rund im Mittelpunkt der Schlossanlage wieder zum Leben erwecken: Mit kurzem Griff befördert er das Kabel in die Steckdose und die Wasserfontäne springt empor. Auch Schneider ist froh: „Der Brunnen war immer wieder im Mittelpunkt der Diskussionen“, sagt der Bürgermeister, genauso wie die Frage der Schlossparkpflege, die demnächst umgesetzt werden soll. Eine Aufgabe, die der Westflügel des Schlosses in Zukunft stemmen will. Die Pflege des Brunnens ist schon geklärt.

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