August-Bebel-Schüler gestalten Fanartikel-Katalog für Darmstadt 98

August-Bebel-Schüler gestalten Fanartikel-Katalog für Darmstadt 98

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Fabian Hassel, Günter Winkler, Christoph Kolb, Philipp Petry, Jens Both und Melissa Dauth sind stolz, auf das, was sie da in ihren Händen halten: Der Bundesligist SV Darmstadt 98 hat die August-Bebel-Schule mit der Gestaltung eines Fanartikel-Katalogs beauftragt.

offenbach - Abseits des Fußballrasens sind solche Kooperationen durchaus möglich: Offenbacher Schüler gestalten den Fanartikel-Katalog der Darmstädter Lilien. Von Christian Wachter

In der Fußball-Bundesliga ist alles hochprofessionell möchte man meinen. Ein Katalog mit Fanartikeln zum Beispiel, wird doch bestimmt von einer Agentur gestaltet.Das gallische Dorf in der Bundesliga-Landschaft ist in vielerlei Hinsicht der SV Darmstadt 98. Auch bei den Fanartikeln. Der Verein lässt seinen Katalog von August-Bebel-Schülern erstellen, die sich zu gestaltungs- und medientechnischen Assistenten ausbilden lassen. Die ungewöhnliche Kombination leitete der Lehrer und Lilien-Fan Günter Winkler ein. Er ist mit Wolfgang Arnold, Vorstandsmitglied bei den Darmstädtern, befreundet. Wie es der Zufall will, ist Arnold zuständig für das Merchandising des Vereins. Winkler fragte seinen Freund, ob er es sich nicht vorstellen könne, dass August-Bebel-Schüler eine Broschüre mit Fanartikeln erstellten. Der willigte ein.

Die Schüler, die sich mit Hilfe ihres Lehrers Jens Both dann ans Werk machten, heißen Melissa Dauth, Fabian Hassel, Philipp Petry und Christoph Kolb. Lilien-Fan ist niemand von ihnen, Hassel ist sogar Anhänger des Rivalen aus Frankfurt. „Eine solche Möglichkeit konnte ich aber natürlich nicht ausschlagen, das hätte ich wahrscheinlich ein Leben lang bereut“, sagt er lächelnd.

Die Aufgabenverteilung ist klar geregelt: Dauth etwa ist Projektmanagerin und Petry Gestalter. Bis sie den Prototyp des Katalogs in den Händen hielten, haben sie auch viel von ihrer Freizeit geopfert. Die verschiedenen Schritte - von der Motivauswahl über Gestaltungs- und Satzarbeiten bis hin zur Erstellung des Impressums und einer online-optimierten pdf-Datei - abzuarbeiten, das dauert eben. Und dann muss schließlich noch häufig mit den Verantwortlichen beim Verein oder der Druckerei Rücksprache gehalten werden.

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Das Ergebnis der Mühen ist 42 Seiten dick und quer auf DIN A5 gedruckt. Ein ungewöhnliches Format, das der Verein eben deshalb wollte, weil es kein anderer Bundesligist hat. Auch sonst gab es einige Vorgaben: An den Produktkategorien, den Vereinsfarben, den Artikeln und den Fotos gab es nichts zu rütteln. Für die Schüler kein Problem: Dass Spieler wie Aytac Sulu und Marcel Heller auf den Bildern nicht wie Superstars, sondern eher wie die Typen von nebenan wirkten, passe schließlich zum Verein, sagt Petry. Dennoch hätten sie versucht, etwas aus dem Rahmen zu fallen. Mit Erfolg: Den Vorschlag zum Beispiel, bei den Artikelbeschreibungen einen anderen Schrifttyp zu verwenden, nahm der Verein dankend dann. Vom Ergebnis ist Präsidiumsmitglied Arnold begeistert: „Einwandfrei. Da hat mir jeder, dem ich den Katalog gezeigt habe, zugestimmt“.

Die Schüler würden auch nach ihrem Abschluss gerne zusammenarbeiten. Ein Grundstein ist schon gelegt. Zusammen haben sie das Start-up-Unternehmen Hørb gegründet. Sie wollen Web-Design- und Layout-Produkte aber auch Kleidung – „Urban Fashion“ – anbieten, verrät Dauth. Für die jungen Unternehmer gilt es dann allerdings, sich am Markt zu behaupten. Als Schulfirma nämlich, so Both, „wollen wir nicht als Konkurrenten verstanden werden.“ Deshalb dürfe man auch keine Akquise betreiben, sondern stelle sich Firmen zur Verfügung, die nachfragten. Ferner gebe es Vorgaben, was den Umsatz und die Gewinne angehe.

Die Erlöse fließen als Spende zu den beiden Fördervereinen oder in Sachleistungen. So kommen Projekte wie der Fanartikel-Katalog am Ende beispielsweise auch den angehenden Raumgestaltern oder Holztechnikern an der Schule zugute.

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