Für mehr Lebensqualität

Benefizregatta kennt am Ende nur Gewinner

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Nach den letzten Anweisungen geht’s für die Doppel-Vierer zum Start in Höhe des Arthur-von-Weinberg-Stegs, der Bürgel und Fechenheim verbindet. Mehr als 60 Teams hatten sich für die verschiedenen Rennen angemeldet.

Offenbach - 28.000 Euro standen am Ende als Erlös zu Buche. Doch die dritte Auflage der Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ in Offenbach, die am Wochenende den Saisonschlusspunkt unter die elf Stationen umfassende Veranstaltungsreihe setzte, kannte noch weitere Gewinner. Von Harald H. Richter 

Wenn die „Ruderluder“ sich mit den „Sana-Schnittchen“ messen und das Team der Stadtverwaltung – von Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Peter Schneider angefeuert – in fairem Wetteifer einen Podestplatz herausfährt, sind spannender Sport auf dem Main und große Begeisterung am Ufer garantiert. „Welches ist denn Papas Boot?“ will der siebenjährige Batin wissen und schaut angestrengt aufs Wasser. Seine Schwester Yaren hat es entdeckt, muss jedoch zusehen, wie es nicht etwa der Konkurrenz davoneilt, sondern gerade so die Ziellinie überquert, dass es für die Hoffnungsläufe reicht. Doch da ist wenig später Endstation, obwohl sich das Team des Sana-Klinkums, dem der Raunheimer Medizintechniker Ali Durukan angehört, Optimismus verheißend den Namen „Auf geht’s“ gegeben hat.

Gut 60 Doppelvierer mit ihren Steuerleuten bestreiten in Höhe Bürgeler Wassersportvereins in fünf Kategorien ihre Vorläufe. Die Teams, größtenteils Hobbyruderer, aber auch Onkologiepatienten und etliche Vereinsteams legen sich für einen guten Zweck in die Riemen. Die Benefizreihe „Rudern gegen Krebs“ ist eine Initiative der in Mainz ansässigen Stiftung Leben mit Krebs und wird seit 2005 bundesweit mit lokalen Rudervereinen und Therapieeinrichtungen ausgetragen. Die Regatta in Offenbach beschließt den Reigen von elf Veranstaltungen in diesem Jahr. 2017 übernimmt der Mühlheimer Ruderverein eine Gastgeberrolle.

Und ab dafür: Vielleicht gewinnt ja das Glückskärtchen...

In Offenbach profitiert einmal mehr das Ketteler-Krankenhaus mit seinem Projekt „Sport und Krebs“ vom Gelingen der unter der Schirmherrschaft von Sozialminister Stefan Grüttner stehenden Veranstaltung. Sie wird von etlichen Sponsoren unterstützt. „Das Programm verhilft Betroffenen zu mehr Lebensqualität, und chronisch Kranke können etwas gegen eine Verschlechterung ihres Zustands tun“, erklärt Dr. Stephan Sahm, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Ketteler-Krankenhaus und Leiter des Darmcentrums.

Der WSV Bürgel um Sportvorsitzende Manuela Damm sorgt an diesem Tag dafür, dass alles wie am Schnürchen klappt. 120 motivierte Freiwillige hat der Wassersportverein aufgeboten, sich dabei auch auf Mithilfe benachbarter Vereine stützen können. „Denn so viele Boote, wie heute vonnöten sind, besitzen wir ja gar nicht“, sagt Damm, die schon im Vorfeld mit Oliver Dahl vom Ketteler-Krankenhaus vieles koordiniert hat. Chefarzt Sahm freut es, dass auch Sportprominenz aufs Mainvorgelände gekommen ist. So holt Hörfunkmoderatorin Evren Gezer die Fecht-Olympiasiegerin von 1984 und in der Darmkrebsprävention engagierte Cornelia Hanisch auf die Bühne und spricht mit ihr über die Notwendigkeit von Vor- und Nachsorge.

„Rudern gegen Krebs“ auf dem Main: Bilder

Wenig später gibt es für den Medizinethiker mit Oberarzt Daniel Haertel und Chemiker Dr. Cornelius Friedrichs eine Premiere, denn zum ersten Mal stehen sie als Ketteler Jazz Trio auf der Bühne. Musikalisch bestimmend ist an diesem Tag allerdings die Band „DADline“, die schon vor zwei Jahren an gleicher Stätte aufgespielt hat. Zwischendurch steigen immer wieder mit Glückskärtchen aus dem Losverkauf versehene Luftballons in den Himmel. Hüpfburg und Kinderanimation unterstreichen den familiären Charakter der Festivität. Und manch zufällig vorbeikommender Radler unterbricht seine sonntägliche Fahrt zur Rast. So herrscht an Kuchenbüffet, Imbiss- und Getränkeständen viel Betrieb. Fürs Publikum stehen mehrere Ergometer zum Trockentraining bereit, während auf dem Main die besten Mannschaften dem Finaleinzug entgegen rudern.

Offenbachs Kämmerer Peter Freier obliegt es, am Ende die Besten in den einzelnen Rennklassen mit Medaillen und Pokalen auszuzeichnen. So werden Bootsbesatzungen mit Namen wie „Meerarbeit“ und „Viererkette“ aufgerufen. OP-Schwester Anne Feld aus Rumpenheim gehört mit ihrem Ketteler-Team „Dragonrace“ zwar nicht dazu, weil in der Vorschlussrunde ausgeschieden, aber auch sie zieht aus dem Ereignis einen Nutzen. Noch nie zuvor hat sie in einem Ruderboot gesessen, „aber mir hat das heute so viel Spaß bereitet, dass ich dem Wassersportverein beitreten möchte“, lautet ihre Erkenntnis am Ende eines Tages, der nur Gewinner kennt.

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