Schlechte Zeiten für Straßenkicker

Bolzplatz am Adolf-Kolping-Platz wird Spielfläche

Neuer Rasen, jede Menge Spiel- und Sitzgelegenheiten, zwei zusätzlich Zugänge und ein geschrumpftes Fußballfeld (rot): Der Plan für den Kolping-Platz.

Bürgel -  Was wurden dort einst für heiß umkämpfte Fußballspiele ausgetragen. Der Theo war dabei, der Markus, der Mischa, der Hans, der Norbert und wie sie alle hießen. Es war im vorigen Jahrhundert, als der Bolzplatz am Adolf-Kolping-Platz für so manches samstägliche Match dieser Hobbykicker gut war. Von Matthias Dahmer 

Alles Geschichte. Das damals perfekte Bolz-Areal mit verschämt angegliedertem Spielplatz wird demnächst umgebaut, die Nutzung geradezu umgedreht. Die Fläche für die Kicker schrumpft auf ein Viertel der bisherigen, dafür gibt es künftig auf dem nahezu 2600 Quadratmeter großen Gelände zwischen Rumpenheimer-, Thüringer- und Mecklenburger Straße jede Menge nett verteilte Spielgeräte und Sitzgelegenheiten. „Multifunktionale Spielfläche“ nennt man so was. Die gerne von den Fußballverantwortlichen geforderten Straßenkicker mit Torinstinkt wird „der Kolping“ wohl nicht mehr hervorbringen.

Doch genug der verklärten Erinnerungen: 280.000 Euro nimmt die Stadt laut Magistratsvorlage in die Hand, um den Bürgeler Platz umzubauen. 224.000 Euro davon kommen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes, der Rest wird über Kredite finanziert. „Ziel der Maßnahme ist es, mit der Neugestaltung des Bolzplatzes einen multifunktionalen Spiel-, Sport- und Begegnungsraum für ältere Kinder und Jugendliche zu schaffen“, heißt es in der Vorlage. Bei den Spielflächen für diese Altersgruppe gebe es überall in der Stadt Defizite.

Außer Fußball und Streetball werden weitere Bewegungsmöglichkeiten, aber auch ruhige Rückzugsorte angeboten und damit nicht allein Jungen, sondern gezielt auch Mädchen angesprochen. So soll auf dem Kolpingplatz unter anderem ein zentraler Jugendtreffpunkt mit benachbarter Streetballfläche, eine großzügige Rasenfläche als offener Spielraum sowie ein multifunktionales Spielfeld für verschiedene Ballspiele entstehen. Eine Dreifachschaukel, zwei Hängematten und in den Boden eingelassene Trampoline komplettieren das Angebot.

Eine weitläufige Rasenfläche bildet einen offenen Raum und soll zu freiem Spielen einladen. Im Nordwesten der Fläche wird ein Kleinspielfeld mit Kunststoffbelag und Fußballtoren geschaffen. Der derzeitige Zugang an der Mecklenburger bleibt bestehen, wird im Norden und im Westen aber durch zwei neue Zugänge ergänzt. Und es werden neue Fahrradständer am Zugang von der Rumpenheimer Straße außerhalb des Zauns errichtet.

Die vorhandenen Bäume und Sträucher können weitgehend erhalten werden. Durch die neuen Zugänge müssen neun Bäume gefällt werden, von denen vier unter die Grünschutzsatzung fallen. Dafür werden vier neue Schatten spendende Laubbäume als Hochstämme gepflanzt. Hinzu kommen auf 255 Quadratmetern neue Sträucher.

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